Geschrieben von Julia Kleine
Datum:
Am Samstag haben rund 200 Menschen am Göttinger Gänseliesel für die Abschaffung des Werbeverbots für Schwangerschaftsabbrüche demonstriert. Die Kundgebung des „Göttinger Bündnis für sexuelle Selbstbestimmung“ war Teil eines bundesweiten Aktionstages, an dem sich Bündnisse in rund 30 Städten beteiligten. Die Paragrafen 218 und 219a seien nicht mehr zeitgemäß und müssten dringend abgeschafft werden, da sie noch immer Schwangerschaftsabbrüche reglementierten und das Informationsrecht der Frauen einschränkten, erklärte das Bündnis. Das Argument der Gegenseite, dass das derzeitige Informationsangebot bei Ärzten und Beratungsstellen ausreiche, sei für sie nicht schlüssig, so Ute Wiese-Hast, Paar- und Sexualberaterin bei Pro Familia Göttingen.
"Ich halte das für sehr blauäugig ehrlich gesagt, weil natürlich haben die Beratungsstellen die Informationen. Aber um vielleicht vorher schon mal sich Gedanken darüber zu machen und schon mal vorab zu informieren, brauchen die Frauen diese Informationen."
Während der Kundgebung sammelte das Bündnis für sexuelle Selbstbestimmung rund 470 Unterschriften von Unterstützern. Diese wurden nun zusammen mit einem offenen Brief an die Göttinger Bundestagsabgeordneten geschickt. Die Politiker wurden in dem Schreiben aufgefordert, sich gegen die aktuelle Kompromisslösung der Bundesregierung zu stellen und für die Abschaffung des Paragrafen 219a zu stimmen.