Göttinger Wissenschaftler beteiligen sich an Aufruf gegen die Abholzung des brasilianischen Regenwaldes
17 Göttinger Wissenschaftler haben gemeinsam mit mehr als 600 weiteren aus der EU sowie 300 indigenen Gruppierungen aus Brasilien einen Aufruf zum nachhaltigen Handeln unterzeichnet. Mit diesem positionieren sie sich gegen die Abholzung des brasilianischen Regenwaldes und die damit verbundene Verletzung von Menschenrechten. Den Unterzeichnern zufolge seien seit Beginn des Jahres bereits neun Menschen aufgrund von gewaltsamen Konflikten rund um die Entwaldung zu Tode gekommen. Außerdem fördere die Abholzung des Regenwaldes das Artensterben. Als größter Importeur brasilianischer Güter sollte die EU Verantwortung zeigen und Nachhaltigkeit auch außerhalb ihrer Grenzen unterstützen. Mitunterzeichner und Leiter der Abteilung Agrarökologie der Universität Göttingen, Teja Tscharntke, spricht von einem Waldflächenverlust von der Größe Portugals zwischen 1990 und 2008. Mit dem Aufruf soll erreicht werden, dass die EU „Weltmarktführer beim nachhaltigen Handel wird“ und Umweltschutz sowie die Einhaltung von Menschenrechten auch beim Import berücksichtige, erklärte Erstautorin Laura Kehoe von der Universität Oxford.