Geschrieben von Anja Würfel
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Die Kaufmännische Krankenkasse (KKH) hat Patienten mit künstlichen Hüft- oder Kniegelenken empfohlen eine Zweitmeinung einzuholen. Die Anzahl an den genannten Operationen ist im Zeitraum zwischen 2008 und 2018 bundesweit um jeweils 31 Prozent angestiegen. Ebenso sei die Anzahl der Folge-OP´s wegen eines Gelenkaustausches oder Komplikationen deutlich gestiegen. Bei Knieprothesen ist aufgrund der Datenanalyse ein Anstieg um 30, bei Hüftprothesen um 27 Prozent zu verzeichnen. Außerdem werden die Eingriffe bei immer jüngeren Patienten vorgenommen. Bernd Leonhardt vom Serviceteam der KKH in Göttingen verweist darauf, dass solche Operationen die Lebensqualität deutlich erhöhen könnten, bei der deutlichen Zunahme stelle sich jedoch die Frage, ob die Eingriffe medizinisch immer notwendig seien oder ob hier nicht auch wirtschaftliche Interessen der Krankenhäuser eine Rolle spielten. Leonhardt empfiehlt, sich vor einem solchen Eingriff eine zweite unabhängige ärztliche Meinung einzuholen. Dies könne mehr Sicherheit bei der Entscheidung für oder auch gegen eine Operation geben. Die Diskrepanz zwischen Erst- und Zweitmeinung bei Empfehlung zu Hüftprothesen-OP´s sei recht hoch und jede zweite dieser OP´s ließe sich mit konservativen Behandlungsmethoden verhindern.