Designierter Präsident der Universität Göttingen Sascha Spoun tritt vor Amtsantritt zurück
Der designierte Präsident der Universität Göttingen, Sascha Spoun, ist vor seinem Amtsantritt zurückgetreten. Spoun teilte am Mittwoch mit, dass er für das Amt nicht mehr zur Verfügung stehe. Er habe mit Erstaunen feststellen müssen, dass es offenbar formale Fehler bei der Dokumentation einzelner Auswahlschritte beim Berufungsverfahren zum neuen Universitätspräsidenten gegeben habe, so Spoun in einer Erklärung an den Senat und Stiftungsrat der Universität Göttingen und den Senat der Universität Lüneburg. Dies sei ihm von der Universität Göttingen im Rahmen eines Antrags eines Mitbewerbers um den Posten vor dem Verwaltungsgericht Göttingen mitgeteilt worden. Das Gericht hatte die Universität gebeten, Spoun bis zur Feststellung der Rechtmäßigkeit der Wahl, nicht als Präsident zu berufen. Bei derart schwerwiegenden Zweifeln an der Rechtmäßigkeit des Verfahrens, könne und wolle er das Amt nicht mehr antreten, so Spoun. Er reagiert damit auf anhaltende Kritik an dem Berufungsverfahren und an seiner Person. Spoun verbleibt an der Leuphana Universität Lüneburg, für deren Leitung er als Präsident bis 2028 gewählt ist. Die amtierende Präsidentin der Univerität Göttingen, Ulrike Beisiegel, plant am 30. September vorzeitig den Ruhestand anzutreten. Sie hatte damit die Konsequenz aus dem Verlust des Exzellenzstatus der Universität Göttingen gezogen. Auf eine Anfrage des Göttinger Tageblatts, bedauerte der Vorsitzende des Stiftungsrates, Wilhelm Krull, die Absage Spouns. Vor dem Hintergrund der Geschehnisse rund um das Berufungsverfahren, stünde vermutlich auch kein externer Bewerber für den Posten zur Verfügung. Es müsse wohl ein profiliertes Mitglied der Göttinger Universität übernehmen, so Krull. Die hauptamtliche Vizepräsidentin für Finanzen und Personal, Valérie Schüller, werde vermutlich länger als geplant das Amt der Universitätspräsidentin kommissarisch übernehmen müssen.