Göttinger und Mannheimer Forscherinnen: Unterstützung für Geschlechterquote in Deutschland gering
Forscherinnen der Universitäten Göttingen und Mannheim haben erstmals die Einstellung der europäischen Bevölkerung zur Geschlechterquote in Vorständen und Aufsichtsräten untersucht. Dabei fanden sie heraus, dass die Zustimmung zur Geschlechterquote zwischen den europäischen Mitgliedsstaaten stark variiert. Die größte Unterstützung findet sich in Zypern, Portugal und Malta. In Deutschland, Schweden und Dänemark ist die Unterstützung dagegen am schwächsten. In Ländern, die bereits gesetzliche Quoten eingeführt haben, gebe es grundsätzlich eine stärkere Unterstützung in der Bevölkerung für diese Quote, jedoch zeigten sich Ambivalenzen zwischen der Unterstützung der Geschlechterquote und der tatsächlichen Geschlechtergerechtigkeit, erklärten die Forscherinnen. Je höher die formelle Gleichstellung der Geschlechter im Hinblick auf ökonomische, politische und soziale Aspekte in einem Land ist, desto niedriger sei die Zustimmung für eine Geschlechterquote. In Deutschland ist der Anteil von Frauen in Vorständen börsennotierter Unternehmen weiterhin einstellig. Im Jahr 2019 sind nur 8,7 Prozent der Vorstandsposten der 160 größten deutschen Unternehmen von Frauen besetzt.