Grünen-Bundestagsabgeordneter Trittin ruft zu mehr Engagement gegen Rechts auf
Im Zusammenhang mit dem 30. Todestag der Göttinger Studentin Conny Wessmann hat der Göttinger Bundestagsabgeordnete Jürgen Trittin von den GRÜNEN zu mehr Engagement gegen Rechts aufgerufen. Die Studentin Wessmann starb am 17. November 1989 auf Weender Landstraße in Göttingen. Sie war vor ein Auto gelaufen, vermutlich als sie auf der Flucht vor einer Polizeikontrolle war. Ursprünglich war sie auf dem Weg, um gegen einen Aufmarsch gewalttätiger Skinheads zu demonstrieren. Die Umstände ihre Todes wurden letztlich nicht abschließend geklärt. Später bekannt gewordene Auszüge aus dem Funkverkehr der Polizei bekundeten die Absicht, die zu kontrollierenden Personen wortwörtlich „platt zu machen.“ Trittin fordert dazu auf, nicht nur dem tragischen Tod von Wessmann zu gedenken, sondern auch ihr Engagement gegen rechts nachdrücklich zu würdigen. Der Anlass, weshalb Wessmann damals auf die Straße ging, bestünde weiter fort, so Trittin. So hätten sich die damaligen Kader in Kameradschaften neu organisiert und ihre Aktivitäten örtlich verlegt. Auch der Eindruck, dass Polizei, Justiz und Verfassungsschutz das Ausmaß rechter Gewalt lange unterschätzt hätten, fände leider immer wieder Bestätigung. Laut Trittin gelte es, angesichts von 195 Todesopfern rechter Gewalt seit 1990, das Engagement dieser jungen Frau zu würdigen.