Geschrieben von Julia Kleine
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Der Fakultätsrat der Medizinischen Fakultät an der Universitätsmedizin Göttingen (UMG) wird den „Helmut-Bauer-Nachwuchspreis für Multiple Sklerose-Forschung“ nicht mehr verleihen. Hintergrund der Entscheidung sind neue historische Erkenntnisse, nach denen Helmut Bauer seit 1941 Mitglied der Waffen-SS war und unter anderem an der Ost-Front hinter den Einsatzkommandos von Wehrmacht und Waffen-SS im Rahmen des Vernichtungskrieges tätig gewesen sein soll. Bauer war ab 1963 Professor für Neurologie an der Göttinger Universität und Leiter der Abteilung Neurologie der UMG. Später war er auch Dekan der Medizinischen Fakultät. In dieser Zeit erhielt er für seine Verdienste um die neurologischen Forschungen, besonders zur Multiplen Sklerose (MS), höchste Ehrungen. 2003 benannte die UMG den „Helmut-Bauer-Nachwuchspreis für Multiple Sklerose-Forschung“ nach ihm. Das Engagement Bauers für eine von der nationalsozialistischen Ideologie besonders geprägte, verbrecherische Organisation sei unvereinbar mit einer ehrenden Würdigung, hieß es in einer Stellungnahme des Fakultätsrates. Die Medizinische Fakultät kündigte an, allen bisherigen Preisträgern freizustellen, ihren Preis in „Nachwuchspreis für Multiple-Sklerose Forschung Göttingen“ umzubenennen.

Prof. Dr. Helmut Bauer (Bild: UMG)