Geschrieben von Julia Kleine
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Bereits Neandertaler haben vor über 80.000 Jahren das Meer als Nahrungsquelle genutzt. Das hat ein internationales Forscherteam unter Beteiligung der Universität Göttingen herausgefunden. Den Nachweis dafür fanden die Wissenschaftler in der Höhle von Figueira Brava in Portugal. Die Ausgrabungslagen wurden dort von Dirk Hoffmann vom Göttinger Institut für Isotopengeologie auf ein Alter von 86.000 bis 106.000 Jahren bestimmt. Das Forschungsteam fand heraus, dass die dort lebenden Neandertaler routinemäßig Muscheln ernten, fischen oder Robben jagen konnten. Bislang war die damalige Nutzung des Meeres als Nahrungsquelle nur dem anatomisch modernen Menschen (Homo sapiens) in Afrika zugeschrieben worden. Bislang wurde vermutet, dass der Konsum der Nahrung aus dem Meer die kognitiven Fähigkeiten der afrikanischen Populationen steigerte. Die aktuellen Ergebnisse der Ausgrabung bestätigen nun, dass, falls der gewohnheitsmäßige Verzehr von Meeresbewohnern eine wichtige Rolle bei der Entwicklung kognitiver Fähigkeiten spielte, die für den Neandertaler wie für den modernen Menschen gilt.

Blick auf die drei Eingänge der Höhle von Figueira Brava in Portugal. (Bild: João Zilhão)

Dr. Dirk Hoffmann (Bild: Max-Planck Institut für evolutionäre Anthropologie, Leipzig)