Göttinger Akademie der Wissenschaften setzt sich mit NS-Vergangenheit auseinander
Die Göttinger Akademie der Wissenschaften setzt sich mit ihrer NS-Vergangenheit auseinander. In dem Band „Forschen im Zeitalter der Extreme - Akademien und andere Forschungseinrichtungen im Nationalsozialismus und nach 1945“ wird in einem Kapitel auch der Umfang der Beziehungen von Mitgliedern der Göttinger Akademie zum NS-Regime beschrieben. Die Autoren wollten die Mechanismen und Handlungsweisen aufzeigen, durch welche die Wissenschaft ihren Teil zur nationalsozialistischen Herrschaft beigetragen hat. Nach 1945 gehörte es lange zum Konsens, dass Mitglieder traditionsreicher Akademien vor allem politikferne Grundlagenforschung betrieben hätten. Nach jüngeren Forschungserkenntnissen erweist sich diese Annahme jedoch nur als bedingt stichhaltig. Der Band „Forschen im Zeitalter der Extreme“ ging aus einer Ringvorlesung der Universität Göttingen und der Akademie der Wissenschaften im Wintersemester 2017/18 hervor.