HAWK-Professor warnt: Gefahren von Eichenprozessionspinnern trotz Corona-Pandemie nicht vergessen
Der Göttinger HAWK-Professor Wolfgang Rohe hat vor den Auswirkungen einer fehlenden Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners (EPS) durch die Corona-Pandemie gewarnt. Seit letztem Jahr ist der Eichenprozessionsspinner ein konkretes Forschungsthema an der HAWK. In Niedersachsen gebe es durchaus größere Vorkommen von EPS, die komplette Eichenwälder kahlfressen, so Rohe. Neben den forstwirtschaftlichen Schäden habe die Verbreitung der Raupe auch Auswirkungen auf die Gesundheit. Die Sorgen um die Corona-Pandemie würde die Bekämpfungsmaßnahmen in den jüngeren zwei Raupenstadien verdrängen, so die Befürchtungen des Forschers. Die richtige Bekämpfung sei notwendig, da die chemischen Bekämpfungsmaßnahmen der letzten Jahre zwar 80 Prozent der EPS-Population getötet worden seien, aber dafür auch so gut wie alle natürlichen Feinde. Die HAWK-Forscher haben zwei Verfahren entwickelt, um den Eichenprozessionsspinner abzutöten. So komme in den ersten zwei Stadien heißer Schaum zum Einsatz, in der dritten und vierten Stufe werde auf Heißwasserinfiltrationsverfahren gesetzt. Rohe empfiehlt außerdem das Anlegen von Blühstreifen um Eichen, da diese natürliche Fressfeinde des EPS anlocken.