Geschrieben von Jennifer Bullert
Datum:
Nachdem im Grenzdurchgangslager Friedland zuletzt 61 Menschen positiv auf das Coronavirus getestet worden sind, hat Göttingens Landrat Bernhard Reuter den Bund zum Handeln aufgefordert. In den vergangenen Wochen waren zahlreiche Spätaussiedler angekommen, die zuvor teils trotz Symptomen nicht bereits am Flughafen auf eine Infektion getestet worden waren, wie Reuter erklärte. Um dies künftig zu vermeiden, müsse bei der Ankunft am Flughafen bereits eine Trennung stattfinden, sodass Infizierte in einer zentralen Einrichtung in Quarantäne geschickt werden können. Reuter verweist dabei auf ein ähnliches Vorgehen Anfang des Jahres, als der Bund Rückkehrern aus dem chinesischen Wuhan eine zweiwöchige Quarantäne in solch einer Einrichtung auferlegt hatte: „Es gibt auch eine Zusage des Bundes, dass das kommt, nur leider nicht so schnell. Und deswegen haben wir einige kritische Wochen hier zu überstehen. Und deswegen auch meine klare Botschaft: Wenn Bund und Land das nicht geregelt bekommen, dann werden wir hier vor Ort handeln müssen. Wir haben das Infektionsschutzgesetz und das setzt uns durchaus in den Stand, dass wir einen Aufnahmestopp für Friedland verhängen.“ Zurzeit werden die Spätaussiedler vom Land umgeleitet, so Reuter weiter. Die Infektionsgefahr für die Bevölkerung in Friedland schätzt er allerdings eher gering ein.