Geschrieben von Jennifer Bullert
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Göttingens Bundestagsabgeordneter der Grünen, Jürgen Trittin, appelliert an den Bund, Verantwortung wegen des Corona-Ausbruchsgeschehens im Grenzdurchgangslager Friedland zu übernehmen. Das Lager sowie der Landkreis Göttingen dürften nicht allein gelassen werden. Zuvor hatte Trittin eine Anfrage an das Bundesinnenministerium gerichtet und kritisiert, dass Spätaussiedler mit Corona-Symptomen ungetestet nach Deutschland hatten einreisen dürfen. Die Antwort des Parlamentarischen Staatssekretärs Stephan Mayer bezeichnete Trittin dabei als ignorant. Mayer hatte auf die Quarantänevorschriften der Länder sowie auf deren Kontrolle verwiesen und erklärt, dass eine Einreise nicht an negative ärztliche Atteste gekoppelt sei. Trittin entgegnete darauf, dass der Bund für den Schutz der Außengrenzen zuständig sei. Er fordert neben der Quarantäne auch Coronatests als Voraussetzung für die Einreise aus Risikogebieten. Auch Göttingens Landrat Bernhard Reuter hatte vergangene Woche starke Kritik geäußert, dass Spätaussiedler trotz Symptomen ungetestet einreisen durften. Er kündigte in dem Zusammenhang auch an, über einen Aufnahmestopp für das Grenzdurchgangslager nachzudenken, sollten Bund und Land nicht handeln. Die Göttinger Piratenpartei fordert derweil, dass die Spätaussiedler aus Staaten der ehemaligen Sowjetunion nicht in den 7-Tage-Inzidenzwert des Landkreises Göttingen, sondern in eine separate Bundesstatistik eingerechnet werden sollen.