Corona-Fonds für Privattheater: Junges Theater Göttingen kritisiert fehlende Förderung
Das Junge Theater (JT) Göttingen erhält keine Fördermittel aus dem Fonds „Neustart Kultur – Privattheater“. Das JT kritisiert, dass das Theater und seine Künstler durch das Raster des Hilfsprogramms fallen, obwohl für eine Förderung aller Privattheater nach eigener Ansicht ausreichend Geld bereitgestellt werde. Kulturstaatsministerin Monika Grütters hatte im Oktober angekündigt, im Rahmen des Zukunftsprogramms „Neustart Kultur“ Privattheater in Deutschland mit bis zu 30 Millionen Euro zu unterstützen. Das JT wird beim Bühnenverein als Privattheater geführt, kann sich jedoch nicht um Mittel aus dem Programm bewerben, weil es öffentliche Fördergelder erhält und seine Einnahmen nur zu 40 Prozent selbst bestreitet. In der Presse werde suggeriert, dass den 200 Privattheater des Bühnenvereins schnell und unkompliziert zu einem Neustart verholfen werde, dem sei aber nicht so, erklärte JT-Intendant Nico Dietrich. So fielen nach seinen Schätzungen mindestens 30 Prozent der Privattheater aus dem Förderprogramm, obwohl ausreichend Geld vorhanden zu sein scheine. Es brauche jetzt klare Unterstützung und keine unnötigen verwaltungspolitischen Diskussionen, so Dietrich. Kritik an der Haltung des Jungen Theaters kam dagegen vom Göttinger CDU-Bundestagsabgeordneten Fritz Güntzler. Sinn der Förderung von Privattheatern sei, Theater zu unterstützen, die bisher keine Unterstützung der öffentlichen Hand haben. Er wünsche sich mehr Solidarität des JT mit diesen Einrichtungen, zumal das JT derzeit sogar einen Defizitausgleich durch die Stadt Göttingen erhalte.