Wirtschaftsempfang der Stadt Göttingen: Nachfrage nach Gewerbeflächen größer als Angebot
Wirtschaft,Wissenschaft und Stadtpolitik müssen zusammen gedacht werden, um Göttingen als Standort voranzubringen. Das ist das Ergebnis einer Podiumsdiskussion zum Thema „Entwicklungsperspektiven für den Wissenschafts- und Wirtschaftsstandort Göttingen“ auf dem gestrigen Wirtschaftsempfang der Stadt in der Lokhalle. Oberbürgermeister Rolf-Georg Köhler ging in seiner Rede vorab auch auf die hohe Nachfrage nach Gewerbeflächen im Stadtgebiet ein. Diese übersteige das Angebot: „Wir müssen Flächen entwickeln, auch wenn es schwer ist – auch im Diskurs mit der Bevölkerung. Wir müssen Flächenvorhalt treffen. Wir müssen aber die Flächen auch angemessen bebauen. Also wir können nicht zweigeschossige Laborgebäude bauen. Die müssen dann viergeschossig sein. Damit sparen wir ein Grundstück. Wir müssen in Teilen, auch im Wohnungsbau, nach oben gehen. Das führt natürlich auch in Göttingen zurzeit zu heftigen Diskussionen, nicht? Bei manchen beginnt das Hochhaus ab dem vierten Obergeschoss, bei anderen ab dem fünften, und manche sagen: Alles, was höher ist als eins, geht nicht. Und da muss sich die Stadt einer Diskussion stellen und muss das gleichmäßig verteilt über die Stadt machen. Im Moment fühlt sich der Westen abgehängt – das geht nicht [...]. Und da müssen wir dann sehen, dass wir ein ausgewogenes Gewicht hinkriegen – auch in der Gewerbeverteilung.“ Nach Angaben von Köhler wurden seit Sommer 2020 etwa 180.000 Quadratmeter Gewerbeflächen- und -immobilien angefragt, die Nachfrage könnte größtenteils zurzeit aber nicht bedient werden. Daneben mahnte er auch, dass sogenannte weiche Standortfaktoren wie bezahlbarer Wohnraum, Bildungs- und Sportangebote ebenfalls für die Ansiedlung von Fachkräften bedeutsam seien. Insgesamt nahmen mehrere hundert Gäste unter 2G-Regelung am Wirtschaftsempfang teil.
Göttingens Oberbürgermeister Rolf-Georg Köhler nahm auf dem Wirtschaftsempfang eine Bestandsaufnahme über die IST-Situation der Stadt vor. (Bild: Jennifer Bullert)
Patrick Cramer, stellvertretender Geschäftsführender Direktor des Max-Planck-Instituts für biophysikalische Chemie, Wolfgang Brück, Sprecher des Vorstands und Vorstand Forschung und Lehre der UMG, Oberbürgermeister Rolf-Georg Köhler, Moderator Lukas Breitenbach, GWG-Geschäftsführerin Ursula Haufe, Universitätspräsident Metin Tolan und der Vorstandsvorsitzende der Sartorius AG, Joachim Kreuzburg, bei der Podiumsdiskussion zum Thema „Entwicklungsperspektiven für den Wissenschafts- und Wirtschaftsstandort Göttingen“ (Bild: Jennifer Bullert)