Geschrieben von Jennifer Bullert
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Rund 80 Menschen haben heute am Göttinger Gänseliesel an einer Kundgebung gegen den Ukraine-Krieg teilgenommen. Unter dem Titel „Göttingen gemeinsam gegen Krieg, Kriegsverherrlichung und Diskriminierung“ hatte der Integrationsrat gemeinsam mit der Stadt Göttingen zuvor zur Teilnahme aufgerufen. Dabei verurteilte die Vorsitzende des Integrationsrats, Irina Schnar, auch Anfeindungen und Diskriminierungen gegenüber russischstämmigen Bürgerinnen und Bürgern und bekundete die Solidarität mit der Ukraine. Zugleich appellierte sie aber auch an die russischsprachige Bevölkerung, sich von Putins Politik zu distanzieren und das Z-Symbol nicht zu verwenden, mit dem vielerorts Unterstützung für Russland ausgedrückt wird: „Also mir ist wichtig, dass der Krieg endlich mal aufhört und dass die Diskriminierung bezüglich aller Menschen, die hier in Deutschland leben, auch aufhört und auch die Kriegsverbrechen eingestellt [werden] und dass Russland auch zugibt, dass sie diese Kriegsverbrechen begangen haben. Ganz wichtig ist auch für mich, den 9. Mai, nicht die Bedeutung zu verwechseln. Der 9. Mai, der hatte früher eine ganz andere Bedeutung. Und für mich ist auch ganz wichtig, dass der Krieg ja aufhört und die Menschen nicht mehr so leiden. Dass der Informationskrieg endlich mal eingestellt wird, weil der ist so schlimm. Der ist manchmal echt schlimmer als irgendetwas anderes.“ Schnar mahnte, nicht auf sogenannte Fake-Videos und Fake-News hereinzufallen, sondern die Inhalte zu hinterfragen. Bei der Kundgebung sprach auch Bürgermeister Tom Wedrins und verwies auf eine Resolution, die in der kommenden Ratssitzung am Freitag beschlossen werden soll. Dabei sprechen sich alle Fraktionen, Gruppen sowie Einzelratsmitglieder gegen Anfeindungen gegenüber russischstämmigen Einwohnerinnen und Einwohnern aus.

An der Kundgebung des Integrationsrates Göttingen nahmen rund 80 Menschen teil. (Bild: Jennifer Bullert)