"Bürgerinitiative Willi/ Laut ist out?!" kritisiert anhaltende Ruhestörung und Müll am Göttinger Wilhelmsplatz
Die Stadt Göttingen sieht derzeit keine rechtliche Handhabe, um auf dem Wilhelmsplatz ein Alkoholverzehr- und Alkoholverkaufsverbot durchzusetzen. Das geht aus einer Anfrage des StadtRadio Göttingen beim Pressesprecher der Stadt, Dominik Kimyon, hervor. Hintergrund ist ein Beschwerdebrief der „Bürgerinitiative Willi/ Laut ist out?!“. In diesem hatte sie die Ansammlung feiernder Menschen auf dem Platz kritisiert, die sowohl werktags als auch an den Wochenenden in den Abend- und Nachtstunden abgehalten wurden. Betroffen sei dabei nicht nur der Wilhelmsplatz, sondern auch der anliegende Bereich von Friedrich- und Barfüßerstraße. Folgen der feiernden Menschen seien laute Musik, Müll und Dreck, Geschrei sowie Fäkalien und Erbrochenes. Anwohnende müssten die Polizei manchmal mehrmals täglich alarmieren, um für Ruhe zu sorgen. Das Einschreiten der Beamten wirke dann jedoch nur kurzzeitig. Die Bürgerinitiative forderte daher unter anderem ein nächtliches Verbot für den Außerhausverkauf von Alkohol sowie ein Alkoholkonsumverbot auf dem Wilhelmsplatz. Die Stadt erklärte, dass die rechtlichen Voraussetzungen dafür zurzeit zu hoch seien. Zudem plädiert die Initiative für regelmäßige Kontrollen und Ahndung von Verstößen. Hier verweist die Stadt auf fehlende personelle Kapazitäten, allerdings seien Verstöße mittels Straf- und Ordnungswidrigkeitsanzeigen geahndet worden. Von der Stadt bislang umgesetzte Maßnahmen wie eine Beschilderung des Platzes mit Bitte um Rücksichtnahme sowie der Einsatz von Streetworkern erklärte die Initiative als unzureichend. Wie Stadtpressesprecher Kimyon ankündigte, wolle die Stadtverwaltung nun im Gespräch mit der Bürgerinitiative nach Lösungen suchen. Zuletzt hatte die Stadt in Zusammenarbeit mit der Universität bekannt gegeben, dass das Campusgelände an den Wochenenden als sozialer Treffpunkt für junge Menschen erprobt werden soll.