Evakuierung in Göttinger Weststadt: Letzte Vorbereitungen für morgen werden getroffen
Morgen sollen in Göttingen fünf mutmaßliche Bombenblindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg entschärft bzw. kontrolliert gesprengt werden. Ursprünglich war die Stadt von sechs Verdachtspunkten ausgegangen. Allerdings hatte sich einer von ihnen bereits als detonierte Bombe entpuppt. Aufgrund der Bombenräumung müssen tausende Menschen in einem Radius von 1.000 Metern um die Fundstellen am Schützenplatz morgen bis 6 Uhr ihre Häuser und Wohnungen verlassen haben. Ein Evakuierungszentrum ist im Felix-Klein-Gymnasium eingerichtet. Markus Rausch vom Kampfmittelbeseitigungsdienst zu den aktuellen Vorbereitungen: „Mit Stand von heute haben wir uns heute schon mal mit mehreren Leuten hier eingefunden. Wir werden heute anfangen, die ersten Bereiche hier für unsere Leute erstmal darzulegen und zu besprechen. Also es werden heute noch mehrere Kollegen aus dem Bereich Niedersachsen zu uns dazustoßen. Wir werden grundsätzlich die Maßnahme mit drei Sprengmeistern und vier Munitionsfacharbeitern durchführen, sodass wir uns heute wie gesagt einmal schon eingefunden haben, um erstmal eine grundsätzliche Einweisung in die Baustelle, in die Räumstellen zu machen, damit jeder weiß, wie morgen die Abläufe sein werden, wer welche Geräte morgen zu bedienen hat. […] Grundsätzlich, was den morgigen Tag angeht, hoffen wir eben auch, dass mit Beginn der Evakuierung morgen, das Ganze möglichst schnell abläuft, dass wir möglichst zügig an die Arbeit gehen können.“ Von der Evakuierung ist auch die Polizeidirektion Göttingen betroffen. Sie wird ihren Einsatz- und Streifendienst nach eigenen Angaben vom Dienstgebäude in der Otto-Hahn-Straße aus wahrnehmen. Die Evakuierung wirkt sich auch auf den Bus- und Bahnverkehr aus, da Bahnhof und ZOB im Sperrgebiet liegen. Ein Schienenersatzverkehr ist über am Albaniplatz bzw. der Stadthalle eingerichtet. Die Stadt hat eine Hotline zu Fragen rund um die Evakuierung eingerichtet: 0551 400-5050. Insgesamt werden laut Polizeiangaben rund 1.800 Kräfte von Feuerwehr. Polizei, THW, Rettungsdienst und weiteren Hilfsorganisationen im Einsatz sein. Das StadtRadio Göttingen berichtet morgen ab 12 Uhr in einer Sondersendung über die Bombenräumung.