Geschrieben von Jennifer Bullert
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Das Land Niedersachsen und die VolkswagenStiftung fördern ein Göttinger Projekt zum optischen Cochlea-Implantat. Dafür stellen sie Mittel über eine Million Euro bereit. Ziel des optischen Implantats ist es, dass schwerhörige und taube Menschen wieder hören können. An dem Projekt forschen die Universitätsmedizin Göttingen und das Exzellenzcluster Multiscale Bioimaging. Nach Angaben der UMG will das Forschungsteam den Hörnerv dabei optisch durch Licht stimulieren und mithilfe einer Gentherapie dazu beitragen, dass auch in einer Umgebung mit vielen Geräuschen Sprache und Sprachmelodien verstanden werden können. Bevor 2026 die erste klinische Studie starten soll, gebe es noch großen Forschungsbedarf. Dieser soll teils über die nun bewilligte Förderung finanziert werden. Wie die UMG mitteilte, ist Schwerhörigkeit die häufigste Sinnesbehinderung bei Menschen. Sie entsteht durch kaputte oder abgestorbene Hörsinneszellen, die bislang nicht wiederhergestellt werden konnten. Cochlea-Implantate werden daher bei stark schwerhörigen und tauben Menschen eingesetzt. Allerdings sind die derzeitigen elektrischen Implantate noch verbesserungsbedürftig, da beispielsweise Hintergrundgeräusche der Umgebung das Verstehen mindern und Tonfälle teils schwer interpretiert werden können.

Links: Konzeptzeichnung derKombination von optischem Cochlea-Implantat (oCI) mit Gentherapie-Produkt (oben), Nahaufnahme eines Wellenleiter-basierten oCI-Prototypen zur Anregung mit rotem Licht (unten). Mitte: Aufsicht auf die Hörschnecke (Cochlea). Durch die optische Anregung der Nervenzellen können bestimmte
Bereiche der Cochlea gezielter angeregt werden. Rechts: Querschnitt durch die Cochlea. Das oCI kann gezielt den Hörnerv (türkis) anregen, nachdem dessen Nervenzellen durch eine Genfähre lichtempfindlich gemacht wurde. Oben links sind Hörnervenzellen einer Wüstenrennmaus (lila) zu sehen, in welche lichtaktivierbare Kanalproteine (grün) eingebracht wurden. (Bild: Keppeler / Moser/ UMG)