Geschrieben von Jennifer Bullert
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Nach der Besetzung der alten JVA in Göttingen durch ein linkes Bündnis mehrt sich Kritik an der Stadt. Die Stadtratsfraktion Göttinger Linke und der Kreisverband DIE LINKE Göttingen/Osterode sehen in der Besetzung des Gebäudes eine Verzweiflungstat. Sie solidarisieren sich mit der Initiative Soziales Zentrum und bemängeln ein intransparentes Vorgehen der Stadt bei den Nutzungsplänen des Gebäudes. Die Göttinger Grünen kritisierten jüngst die CDU für ihre Ankündigung, aufgrund der Besetzung keine weiteren Gespräche mit der Initiative Soziales Zentrum führen zu wollen. Schließlich hätte nicht die Initiative, sondern ein von ihr unabhängiges Bündnis aus dem linken Spektrum das Gebäude besetzt, so die Grünen. Sie drücken Verständnis für die Besetzung des Gebäudes aus und fordern einen Dialog vonseiten der Stadt mit der Initiative Soziales Zentrum. Auch der Häuser-Dachverband Göttingen, ein Netzwerk von über 13 selbstverwalteten Haus- und Wohnprojekten in der Stadt, spricht sich angesichts steigender Miet- und Grundstückspreise gegen eine Privatisierung des öffentlichen Raums aus. Er fordert, dass die besetzte ehemalige JVA nicht geräumt wird. Zugleich solidarisiert er sich mit der Gruppe „Autonome Stadtverwaltung Göttingen“. Diese hat das Gebäude seit Montagabend besetzt. Die Grüne Jugend hatte sich gestern Abend ebenfalls mit den Besetzer*innen solidarisiert und die Forderungen nach einem Sozialen Zentrum bekräftigt. Oberbürgermeisterin Petra Broistedt hatte gestern ein Ultimatum angekündigt, das bis morgen um 10 Uhr läuft. Sollte die alte JVA bis dahin nicht geräumt sein, will die Stadt einen Strafantrag stellen. Hintergrund der Besetzung sind Diskussionen über die künftige Nutzung des Gebäudes. Die Stadt verhandelt zurzeit mit der Trafo Hub GmbH, um dort einen Co-Working- und Living-Space einzurichten. Zugleich will eine Initiative in den Räumlichkeiten ein Soziales Zentrum ermöglichen.