Geschrieben von Julia Kleine
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Nachdem neben der Göttinger DITIB-Gemeinde nun auch die Jüdische Gemeinde Göttingen einen Drohbrief mit rechtsradikalen und antisemitischen Inhalten erhalten hat, ruft die Göttinger Oberbürgermeisterin Petra Broistedt die Mitglieder des „Dialogs der Religionen“ zusammen. Das teilte die Stadt Göttingen mit. Zu der Zusammenkunft sind Vertreterinnen und Vertreter der Religionsgemeinschaften und religiösen Gemeinden aus der Stadt und aus dem Landkreis Göttingen eingeladen. Der interreligiöse Austausch stärke die Gesellschaft, wenn es darum geht, rechtsradikaler, islamfeindlicher und antisemitischer Hetze zu begegnen, sie wirksam zu bekämpfen und sich zu einer offenen und toleranten Gesellschaft zu bekennen, erklärte Broistedt. Zudem verurteilte sie besonders vor dem Hintergrund der Göttinger Geschichte im Nationalsozialismus jegliche antisemitischen Bedrohungen der jüdischen Gemeinden. Der Vorstand der Jüdischen Gemeinde Göttingen e.V. betonte, dass es nur mit solch klaren Bekenntnissen möglich sei, auch weiterhin eine offene Synagoge zu bleiben, die gerne Gäste empfängt. Auch die Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen (ACK) in Göttingen verurteilte die Bedrohungen der DITIB-Moschee und der Jüdischen Gemeinde aufs Schärfste und sicherte den Gläubigen ihre Unterstützung zu. Die ACK kündigte an, die Ereignisse thematisch in das nächste Friedensgebet am 23. November aufzunehmen, zu dem auch die beiden betroffenen Gemeinden eingeladen sind. Nach den Vorfällen rund um die DITIB-Moschee hatte bereits das Bündnis für nachhaltige Stadtentwicklung die Bedrohungen der muslimischen Gemeinde durch Briefe und Hakenkreuz-Schmierereien an einer Moschee als Angriff auf die Religionsfreiheit verurteilt. Das Bündnis drückte zudem seine Hoffnung aus, dass die Polizei die Straftaten ernst nimmt und die Ermittlungen mit dem entsprechenden Nachdruck führt.