Geschrieben von Benita Heukamp
Datum:
Bei den Demonstrationen am vergangenen Samstag wurden insgesamt 21 Einsatzkräfte der Polizei verletzt. Gegen rund 60 Teilnehmende der Demonstrationszüge wurden Ermittlungsverfahren eingeleitet, vier Personen wurden vorläufig festgenommen. Diese Bilanz zieht die Polizei Göttingen nach dem Einsatz. Einsatzleiter Rainer Nolte zieht ein gemischtes Fazit. Er zeigt sich froh darüber, dass die Einsatzkräfte ihrem Auftrag nachgehen und das Versammlungsrecht der Teilnehmenden durchsetzen konnten. Kurzfristige Blockaden haben sich teils nach Aufforderung durch die Polizeibeamten selbst aufgelöst. Jedoch habe es auch einige Hundert Menschen gegeben, die sich nicht an die demokratisch legitimierten Protestformen gehalten hätten. So musste die Polizei in einigen Fällen körperlichen Zwang anwenden, in Einzelfällen habe sie von Schlagstöcken und Pfefferspray Gebrauch machen müssen. Gegen 60 Personen hat die Polizei Ermittlungsverfahren eingeleitet, unter anderem wegen Landfriedensbruchs, Beleidigung, Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte sowie tätlichen Angriffs und Körperverletzungen. 21 Beamte erlitten während des Einsatzes Prellungen, Schürfwunden und Atemwegsreizungen. Im Vorfeld zu den Demonstrationen hat es am Freitagabend eine nicht angezeigte Versammlung von rund 50 vermummten Personen gegeben, bei der es zu Steinwürfen auf einen fahrenden Funkstreifenwagen, die Innenstadtwache und ein Geldinstitut gekommen ist. Auch entlang der Aufzugsroute vom Samstag konnten angelegte Depots an Steinen und Baumaterialien oder Weihnachtsbäume gefunden werden, die noch vor Demonstrationsbeginn mit Unterstützung des städtischen Bauhofs beseitigt werden konnten, wodurch Schlimmeres verhindert werden konnte. Solches Verhalten, ebenso wie das in Brand setzen diverser Gegenstände, sei mit nichts zu rechtfertigen, so Nolte. Vielmehr würden sich die betreffenden Menschen damit als Antidemokraten outen.