Universitätsmedizin Göttingen: Studie zu neuen Therapieansätzen bei Grünem Star erhält Millionenförderung
Die Universitätsmedizin Göttingen (UMG) erprobt eine neue Behandlungsmethode für die Augenerkrankung „Grüner Star“, auch Glaukom genannt. Mittels Elektrostimulationen sollen Ausfälle im Gesichtsfeld verringert und so das Sehvermögen der Patienten verbessert werden. Das gab die UMG in einer Mitteilung bekannt. Der Grüne Star ist eine der häufigsten Ursachen für eine Erblindung. Bei der Erkrankung führt eine Schädigung des Sehnervs zum Verlust von Sehnervzellen und unwiederbringlichen Gesichtsfeldausfällen. Das Fortschreiten der Erkrankung kann bislang nur durch das Senken des Augeninnendrucks verlangsamt werden. Aus diesem Grund brauche es dringend neue Therapieansätze, so Michael Schittkowski von der Klinik für Augenheilkunde. In der sogenannten VIRON-Studie wird eine transkranielle Elektrostimulation angewandt. Dabei fließt ein schwacher Wechselstrom durch die Kopfhaut und den Schädel und beeinflusst so die Erregbarkeit der Nervenzellen. Die Studie soll untersuchen, inwiefern sich die Aktivität des Sehnervs durch die Stimulation kurzfristig verändert. Vorherige Studien haben bereits gezeigt, dass eine Elektrostimulationsbehandlung bei Sehnervschädigungen bis zu zwei Monate nach Behandlungsende zu Gesichtsfeldverbesserungen führen könne. Die VIRON-Studie wird durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft über drei Jahre mit 1,5 Millionen Euro gefördert.