Sonnenflecken langsamer als gedacht: Max-Planck-Wissenschaftler bringen Theorie in Bedrängnis
Wissenschaftler des Göttinger Max-Planck-Instituts für Sonnensystemforschung, kurz MPS, haben festgestellt, dass Sonnenflecken langsamer als bislang angenommen zur Oberfläche aufsteigen. Damit bringen sie eine derzeit vorherrschende Theorie in Bedrängnis. Sonnenflecken sind dunkle Stellen auf der sichtbaren Sonnenoberfläche. Sie sind aktive Gebiete, stark magnetisch und Ursprung solarer Aktivität, somit also mitverantwortlich für das Weltraumwetter, welches zu Nordlichtern aber auch zu Schäden an Satelliten führen kann. Diese Regionen entstehen, wenn magnetische Flusskonzentrationen aus dem Sonneninneren aufsteigen und die Oberfläche durchbrechen. Durch mehrjährige Computersimulationen und Satellitenbeobachtungen haben die Forscher des MPS gemeinsam mit anderen Wissenschaftlern nun festgestellt, dass dieser Vorgang um einiges langsamer vorangeht, als von bisherigen Theorien angenommen. Das liege vor allem an der Konvektion –also den turbulenten Bewegungen des Plasmas unter der Oberfläche. Die Flusskonzentration könne sich nicht schneller als diese aufwärts bewegen. Das Ergebnis zeige, dass das Bild, das die vorherrschende Theorie zeigt, erst noch angepasst werden müsse, um den Effekt der Konvektion zu berücksichtigen, so Erstautor der Studie Aaron Birch vom MPS.