Zahl der Leiharbeiter im Kreis Göttingen seit 2006 mehr als verdoppelt
Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) Süd-Ost-Niedersachsen fordert eine Besserstellung von Leiharbeitern. Allein im Kreis Göttingen seien derzeit rund 2.060 Leiharbeiter beschäftigt. 2006 habe die Zahl bei gerade einmal 870 gelegen. Da es sich bei Leiharbeit um Beschäftigte handelt, die an andere Betriebe verliehen werden, verdienen diese meist weniger Geld als das Stammpersonal. NGG-Geschäftsführer Manfred Tessmann bemängelt, dass Leiharbeiter meist auch keine Perspektiven hätten, dauerhaft angestellt zu werden. Der Bundestag debattiert heute über das Thema. Dabei sieht der Gesetzentwurf von Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles vor, dass Leiharbeiter nach neun Monaten Beschäftigung die gleiche finanzielle Entlohnung erhalten sollen wie das Stammpersonal. Zudem ist eine Höchstverleihdauer von 18 Monaten pro Person im Gespräch. Tessmann kritisiert, dass Leiharbeiter damit alle eineinhalb Jahre ausgetauscht werden könnten, dennoch begrüßt er das Gesetz als einen „ersten Schritt“.
Ein Knopfdruck – zwei Löhne: Wie hier in der Lebensmittelindustrie sind Leiharbeit und Werkverträge in vielen Branchen verbreitet. (Bild: NGG)