Geschrieben von Verena Pauer
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Gestern sind in Göttingen vor dem Haus in der Groner Straße 9 die Stolpersteine wiederverlegt worden. Für die Bauarbeiten in der Straße wurden sie zuvor vorübergehend vom Kulturamt der Stadt in Verwahrung genommen. Die vier Gedenktafeln aus Messing erinnern an die jüdische Familie Katz. Die Eltern der Familie wurden 1942 ins Ghetto Warschau deportiert und dort ermordet. Den beiden Kindern gelang noch vor der Reichspogromnacht die Flucht in die USA. Heiner Willen, Vorsitzender der Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit, über die Bedeutung der Steine: „Dieses dezentrale Denkmal in der ganzen Stadt macht deutlich, dass es nicht etwa einen bestimmten Wohnbezirk gab, sondern dass die Jüdinnen und Juden Mitbewohnerinnen und Mitbewohner waren der Göttinger Bürgerinnen und Bürger. Und das wird durch diese Stolpersteine dokumentiert. Außerdem wird da an Menschen erinnert, die oft keine Nachkommen mehr haben und die kein Grab haben, weil sie in Auschwitz vergast worden sind und hier wenigstens ein Denkmal haben, zu dem man gehen kann und sich daran erinnern kann, was damals in der Nazizeit passiert ist.“ Als Andenken an das Leid der Familie wurden die Steine 2015 erstmals vom Künstler Gunter Demnig auf den Bürgersteig eingelassen. Demnig verlegt in ganz Europa Gedenktafeln für die von den Nazis verfolgten, deportierten und ermordeten Juden. In Göttingen gibt es aktuell 22 Stolpersteine.

Stolpersteine vor dem Haus Groner Straße 9 (Bild: Verena Pauer)