Göttinger Verein „gegen-missbrauch e.V.“ kritisiert Wahlprogramme der großen Parteien
Der Göttinger Verein für Betroffene, Partner und Gegner von sexuellem Kindesmissbrauch „gegen-missbrauch e.V.“ kritisiert die aktuellen Wahlprogramme der großen Parteien. Die im aktuellen Koalitionsvertrag stehende Reform des Opferentschädigungsgesetzes werde dort ebenso missachtet wie die Forderung von Betroffenenverbänden, den Straftatbestand des sexuellen Kindesmissbrauchs als Verbrechenstatbestand zu deklarieren und nicht, wie aktuell, als Vergehen, so der Verein. Die finanzielle Sicherstellung der Arbeit von Selbsthilfe und Fachberatungsstellen sei ebenso in weiter Ferne wie die flächendeckende psychotherapeutische Versorgung. Der Gipfel des politischen Nichtwollens spiegele sich in der Verweigerungshaltung von 13 Bundesländern wieder, nicht in den als Brückensystem geschaffenen Fonds sexuellen Missbrauch einzuzahlen. Daher sei es nicht verwunderlich, dass sich Die Linke und FDP in ihren Wahlkampfprogrammen dieses Themas überhaupt nicht annehmen, so der Verein. Er fordert ein Umdenken der Parteien.