Göttinger Forscher entschlüsseln seltenen Gendefekt bei Augenkrankheit grauer Star
Wissenschaftler der Universität Göttingen haben einen seltenen Gendefekt bei der Augenkrankheit grauer Star entschlüsselt. Das Forscherteam des Tierärztlichen Instituts hatte bei Rindern ein neues Gen für eine seltene Form des grauen Stars, den Morgagni-Katarakt, gefunden. Bei dieser Krankheitsform sinkt der Linsenkern nach der Verflüssigung der Linsenrinde nach unten ab. Die Ursache dafür war bislang unbekannt. Durch den Einsatz modernster molekulargenetischer und bioinformatischer Methoden konnten die Forscher nun eine Genmutation beim rotbunten Rind ausfindig machen, die für die Entstehung des Morgagni-Katarakts verantwortlich sein soll. Mit der Aufklärung der ursächlichen Mutation sei es nun möglich, Anlageträger mittels eines einfachen Gen-Tests zu identifizieren und damit die weitere Ausbreitung des Defekts in der Rinder-Population zu verhindern, erklärte Bertram Brenig vom Göttinger Tierärztlichen Institut. Vielleicht könne die Aufklärung der Funktion des mutierten Gens beim Rind helfen, die Entstehung des Morgagni-Katarakts auch beim Menschen besser zu erforschen. Die Ergebnisse der Studien entstanden in Zusammenarbeit mit der Göttinger Universitätsmedizin, dem Deutschen Primatenzentrum, der Tierärztlichen Hochschule Hannover und dem Universitätsklinikum des Saarlands.