Luther-Vortrag hat Streit zwischen Göttinger Theologiefachschaft und AStA ausgelöst
Ein Vortrag über Martin Luther hat einen Streit zwischen der Theologiefachschaft der Göttinger Universität und dem Allgemeinen Studierendenausschuss (AStA) ausgelöst. Der Referent habe in seinem Vortrag „Zur Metaphysik der dummen Kerle“ von einer psychologischen Betrachtung von Luthers Leben eine direkte Linie zum Nationalsozialismus gezogen, aber dabei 400 Jahre Theologiegeschichte bei seiner Argumentation ausgelassen, kritisierten die Theologen in einem offenen Brief. Der AStA widersprach der Darstellung der Fachschaft. Der Vortrag beschäftige sich mit einzelnen inhaltlichen Bestandteilen von Luthers antisemitischer Ideologie, erklärte der AStA- Referent für politische Bildung, Benjamin Söchtig. Allerdings räumte Söchtig ein, dass der Veranstaltungstext auf dem Plakat anscheinend nicht klar gemacht habe, dass es sich nicht um einen theologischen Vortrag handelt. Nachdem es im Anschluss an den Vortrag auf Facebook hitzige Debatten zwischen den Theologen und den Organisatoren der Veranstaltung gegeben hatte, sei der AStA bereit, den Konflikt in Gesprächen mit der Theologiefachschaft zu lösen, so Söchtig. „Wir würden am liebsten jetzt in einen offenen Dialog mit der Fachschaft treten, Gespräche führen, das haben wir auch schon angeboten. Wir haben ja auch selber eine Antwort verfasst auf den offenen Brief und den der Fachschaft zukommen lassen. Darin äußern wir auch, dass wir bereit sind, Gespräche zu führen und das ist uns eigentlich auch lieber als das Ganze in aufgeheizten Facebookdiskussionen zu führen, wo die Kommentare teilweise auch ins beleidigende abdriften. Wir wollen eben versuchen das Ganze konstruktiv auszudiskutieren oder zumindest die Meinungen konstruktiv klarzustellen.“ Der Vortrag „Zur Metaphysik der dummen Kerle“ wurde vom AStA in Kooperation mit der Gruppe „association progrès“ veranstaltet.