IG Bau kritisiert die hohe Zahl von atypischen Beschäftigungen im Landkreis Göttingen
Die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt, kurz IG Bau, kritisiert die hohe Zahl von atypischen Beschäftigungen im Landkreis Göttingen. Die Gewerkschaft beruft sich auf eine aktuelle Studie der Hans-Böckler-Stiftung, nach der rund 65.700 Menschen im Kreis Göttingen in Teilzeit, Leiharbeit oder Minijob arbeiten. Damit sei der Anteil der so genannten atypischen Beschäftigungen auf einen Rekordwert von 45 Prozent gestiegen. IG BAU-Bezirkschef Torsten Witt spricht von einem „Alarmsignal an die Politik“. Es könne nicht sein, dass Deutschland einerseits einen wirtschaftlichen Aufschwung erlebt, aber andererseits so viele Menschen in prekären Verhältnissen arbeiteten, so Witt. Der unbefristete Vollzeit-Job müsse dringend wieder zum Normalfall werden. Nach Angaben der Stiftung hat im Landkreis Göttingen besonders die Teilzeit-Beschäftigung drastisch zugenommen: Arbeiteten 2003 noch etwa 25.000 Erwerbstätige in Teilzeit, waren es 2016 bereits rund 40.000 – ein Anstieg von 60 Prozent. Mit Blick auf die Bundestagswahl im September fordert die IG BAU Niedersachsen-Süd von den Parteien klare Konzepte „gegen die Unwucht am Arbeitsmarkt“. Sie fordern Befristungen ohne sachlichen Grund abzuschaffen und Minijobs in die Sozialversicherung einzubeziehen.