Göttinger Tropenwissenschaftler fordern ein Umdenken für Kakaoanbau in Westafrika
Göttinger Tropenwissenschaftler fordern aufgrund neuer Erkenntnisse aus ihrer Studie ein Umdenken für den Kakaoanbau in Westafrika. Sie stellten fest, dass Kakaopflanzen, die in Monokulturen angebaut werden, besser vor Dürren geschützt sind als solche, die gemeinsam mit Schattenbäumen wachsen. Die Kombination von Kakaopflanzen und Schattenbäumen in einem sogenannten Agroforstsystem wurde bisher als besonders positiv beurteilt, da der Wasserhaushalt des Bodens so stabilisiert würde. Diese positive Wirkung entfalte sich jedoch nicht unter extremen Wetterbedingungen, so der Erstautor der Studie Issaka Abdulai von der Abteilung Tropischer Pflanzenbau und Agrosystem Modellierung der Göttinger Fakultät für Agrarwissenschaften. Es sei vielmehr so, dass im Fall von extremen Dürren die Schattenbäume den Kakaopflanzen das Bodenwasser wegnähmen. Über 70 Prozent der weltweiten Kakaoversorgung kommt aus Ghana, Nigeria und der Elfenbeinküste – alles Regionen, die durch den Klimawandel laut Forscher verstärkt von Dürren betroffen sein werden.
Issaka Abdulai, Erstautor der Studie (Bild: Uni Göttingen)
Messungen auf der Kakaofarm (Bild: Uni Göttingen)