Geschrieben von Jeanine Rudat
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Göttinger Forscher haben herausgefunden, dass in Afrika Übergewicht und chronische Krankheiten, wie Diabetes und Herzkreislaufstörungen zunehmen. Agrarökonomen der Universität Göttingen haben in einer neuen Studie gezeigt, dass der steigende Marktanteil von Supermärkten in Afrika dazu beiträgt. Die Wissenschaftler sammelten Daten von 550 zufällig ausgewählten Menschen in städtischen Regionen Kenias. Sie befragten sie über ihr Einkaufs- und Konsumverhalten bei Lebensmitteln und maßen Körpergröße, Gewicht und verschiedene medizinische Parameter. Darüber hinaus flossen Einkommen, Bildungsgrad und andere Faktoren in die Studie mit ein. Die Ergebnisse zeigen deutliche Unterschiede zwischen Menschen, die moderne Supermärkte nutzen, und denen, die ihre Lebensmittel ausschließlich auf traditionellen Märkten kaufen: Das Einkaufen im Supermarkt trägt offenbar zu einem höheren Body Mass Index (BMI) bei und vergrößert die Wahrscheinlichkeit von Übergewicht um 20 Prozentpunkte. Darüber hinaus wiesen Supermarktkunden erhöhte Blutzuckerwerte auf, die das Diabetesrisiko erheblich steigern.

Supermärkte in Kenia verkaufen vor allem verarbeitete Lebensmittel und wenig frische Produkte. (Bild: S. Kimenju)

Die Wissenschaftler befragten rund 550 zufällig ausgewählte Menschen und maßen verschiedene medizinische Parameter. (Bild: Kathrin M. Demmler)

Supermarktkunden würden mehr hochverarbeitete Lebensmittel und weniger frisches Gemüse konsumieren, so die Hauptautorin der Studie, Dr. Kathrin M. Demmler vom Göttinger Graduiertenkolleg GlobalFood. (Bild: Universität Göttingen)

Supermärkte deswegen zu verbieten, wäre falsch, da diese auch positive Effekte haben können. Allerdings könnte eine bessere Regulierung helfen, dass Werbe- und Verkaufsstrategien stärker auf gesunde und ausgewogene Ernährung ausgerichtet werden, so der Leiter der Studie, Prof. Dr. Matin Qaim. (Bild: Universität Göttingen)