Polizei rechnet mit Auseinandersetzungen bei morgiger Kundgebung am Albaniplatz
Morgen will die Göttinger Polizei mit einer Hundertschaft an Einsatzkräften gewaltsame Auseinandersetzungen bei einer Kundgebung aus der rechten Szene am Albaniplatz in Göttingen verhindern. Angemeldet wurde diese von einer Privatperson der sogenannten „Volksbewegung Niedersachsen“, die vormals als „Freundeskreis Thüringen/Niedersachsen“ (FKTN) bekannt war. Grund für die am Nachmittag geplante Mahnwache soll der Revisionsprozess gegen einen Neonazi sein. Dieser soll vor zwei Jahren einen Sprecher der Wohnrauminitiative vom Fahrrad geschubst haben, sodass sich dieser starke Verletzungen am Knie zuzog. Das Göttinger Bündnis gegen Rechts hat bereits Gegenprotest unter dem Motto „Keinen Roten Teppich für Nazis“ vor dem Landgerichtsgebäude angekündigt. Auch das Göttinger Bündnis „Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus“ ruft zum Gegenprotest auf. Es kritisiert die Stadt zudem dafür, die Kundgebung am Albaniplatz genehmigt zu haben, obwohl dort während des NS-Regimes Bücherverbrennungen stattgefunden haben. In der Vergangenheit war es bei Kundgebungen des FKTN häufig zu Störungen und gewaltsamen Auseinandersetzungen gekommen. Die Polizei geht von vielen Gegendemonstranten aus. Aufgrund der Kundgebung ist zudem ab dem frühen Nachmittag mit Verkehrsbehinderungen rund um den Albaniplatz zu rechnen. Es kann dabei auch zu Straßensperrungen kommen. Die Polizei rät daher dazu, den Bereich am Dienstag weiträumig zu umfahren. Über die sozialen Netzwerke will sie die Bevölkerung über die aktuelle Lage informieren.