Göttingen: 200 Menschen demonstrierten für Abschaffung der Paragraphen 218 und 219
Rund 200 Menschen haben am Samstagmittag in Göttingen für die Abschaffung der Paragraphen 218 und 219 aus dem Strafgesetzbuch demonstriert. Das feministische Bündnis „Wir sind laut“ hatte den Protest für das Recht auf körperliche Selbstbestimmung organisiert. Die Grüne Jugend Göttingen unterstützte die Demonstration. Grund war die Verurteilung einer Frauenärztin im vergangenen Jahr, die auf ihrer Internetseite über Schwangerschaftsabbrüche informiert hatte. Aktivisten der Grünen Jugend kritisierten, dass es ein Eingriff in die Selbstbestimmung von Schwangeren sei, dass Abtreibungen nur unter speziellen Auflagen straffrei sind. Außerdem wäre aufgrund der Gesetzeslage eine sachliche Information zu Schwangerschaftsabbrüchen nicht möglich. Dies widerspreche dem Recht auf freien Zugang zu Informationen. Die verurteilte Frauenärztin habe auf ihrer Internetseite keine Werbung für Abtreibungen gemacht, sondern sachliche Hinweise gegeben, erklärt die Grüne Jugend. Daher wollte sie ihre Solidarität bekunden. Die Demonstration, die am Bahnhofsvorplatz begann, führte über den Wilhelmsplatz, das Gänseliesel, vorbei am StadtRadio Göttingen wieder zurück zum Bahnhof.
Der Demonstrationszug auf dem Weg die Groner Straße herunter (Bild: Tim Knott)