CDU-Ratsfraktion Göttingen gegen Modellversuch "Tempo 30" auf Reinhäuser Landstraße
Die Göttinger CDU-Ratsfraktion lehnt einen Modellversuch für Tempo 30 auf der Reinhäuser Landstraße ab. Das Oberzentrum Göttingen verletze damit die Pflicht zur zügigen und verträglichen Abwicklung des unstrittig zunehmenden Verkehrs. 38.000 Einpendler müssten werktäglich in Göttingen ihren Arbeitsplatz erreichen. Für jeden einzelnen sei es ein Stück wesentlicher Lebensqualität, dass er diesen Weg in annehmbarer Zeit und auch trockenen Hauptes zurücklegen könne, so Hans Otto Arnold, Vorsitzender des Bau- und Planungsausschusses. Es sei pure Illusion, dass in der Region Göttingen mit ihrer ländlichen Struktur der ÖPNV wesentliche Teile des Pendlerstroms auffangen könnte. Nach Überzeugung der CDU-Ratsfraktion bedürfe es keiner weiteren Versuche, um den optimalen Fahrzeugdurchsatz einer Straße zu ermitteln. Dieser liege nicht bei Tempo 30, sondern in allen Praxistests seit 1972 klar um Tempo 50. Zum Verweis auf die Feinstaubbelastung sagte der Fraktionsvorsitzende Hans-Georg Scherer, dass Motoren bei Tempo 30 mehr Feinstaub durch einen niedrigeren Gang und höherer Drehzahl produzieren würden, als bei Tempo 50. Mit der Mehrheit von SPD und Grünen hatte sich am 19. Dezember der Göttinger Stadtrat für eine Teilnahme am Modellprojekt “Tempo 30 auf Hauptverkehrsstraßen“ des Landes Niedersachsen ausgesprochen. Für diese Straße beschloss die Stadt bereits vor drei Jahren ein Tempo-Limit von 30 km/h in der Nacht. Diese Regelung wurde vom Land wieder aufgehoben, da die Straße Teil einer Umleitungsstrecke für die A 7 ist.