Geschrieben von Jeanine Rudat
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In allen Regionen und gesellschaftlichen Gruppen Indiens weisen die Menschen mittleren und höheren Alters hohe Raten an Diabetes und Bluthochdruck auf. Das hat ein internationales Forscherteam der Universitäten Harvard und Göttingen sowie des Universitätsklinikums Heidelberg herausgefunden. Die Wissenschaftler legten die erste landesweit repräsentative Studie zu diesem Thema vor. Unerwartet waren insbesondere die hohen Raten an Bluthochdruck bei jungen Erwachsenen. Laut der Studie sind in Indien 6,1 Prozent der Frauen und 6,5 Prozent der Männer an Diabetes erkrankt, während 20 Prozent der Frauen und 24,5 Prozent der Männer an Bluthochdruck leiden. Zwischen den einzelnen Staaten unterscheiden sich die Raten stark, Wohlstand und Stadtlage wirken sich im Hinblick auf beide Krankheiten offenbar positiv aus. Bei den Erwachsenen unter 45 Jahren ist Bluthochdruck weiter verbreitet als erwartet: Die Raten liegen höher als in Mittel- und Osteuropa, wo man bislang die höchsten Raten bei jungen Erwachsenen vermutet hatte. Das Verständnis, wie sich das Auftreten von Diabetes und Bluthochdruck in einem so großen Land wie Indien unterscheidet, sei entscheidend für die aktive Prävention, Früherkennung und Behandlung dieser Krankheiten, so der Erstautor der Studie, Pascal Geldsetzer von der Harvard University.