Göttinger Grüne haben Patenschaft für Stolperstein für Gerda Silbergleit übernommen
Die Göttinger Grünen haben die Patenschaft für einen Stolperstein für Gerda Silbergleit vor der Groner Straße 52 übernommen. Künstler Gunter Demnig hatte ihn gestern gemeinsam mit 17 weiteren Stolpersteinen für Göttinger Juden, die Opfer des Nationalsozialismus wurden, bei einem feierlichen Gedenkrundgang verlegt. Für die Grünen ist dies ein Beitrag zur lebendigen Gedenkkultur in Göttingen. Die Übernahme einer Patenschaft für einen der Stolpersteine bedeute nicht nur, dass sie sich an der Finanzierung des Projektes beteiligen. Sie bedeute vielmehr, dass sie die Verbrechen des Nationalsozialismus, aber genauso die Opfer der NS-Verbrechen niemals vergessen werden, so Valentin Büchi, Mitglied des Stadtvorstandes. Silbergleit wuchs in Göttingen auf, von wo sie 1933 auch vor dem Hintergrund vermehrter gewalttätiger Übergriffe auf Juden nach Lubochna in die damalige Tschechoslowakei emigrierte. Dort wurde ihr Sohn Thomas Bürgenthal geboren, nach dem das Haus benannt ist, dass die Stadtbibliothek Göttingen beherbergt. Silbergleit und Bürgenthal überlebten den Terror des Nationalsozialismus, mehrere Konzentrationslager und tagelange Todesmärsche und fanden sich erst nach dem Ende der NS-Herrschaft 1946 in Göttingen wieder. Ihr Mann Mundek Buergenthal wurde 1944 im Konzentrationslager Flossenbrügge ermordet.
Stolperstein-Verlegung in der Groner Straße 52 in Göttingen (Bild: Göttinger Stadtverband der Grünen)
Stolpersteine in Göttingen (Bild: Göttinger Stadtverband der Grünen)