Geschrieben von Kristin Fricke
Datum:
Der Juso-Vorsitzende Kevin Kühnert hat gestern bei einem Podiumsgespräch in der Universität Göttingen mit dem Parteienforscher Matthias Micus vom Institut für Demokratieforschung über die Zukunft der SPD diskutiert. Kühnerts Auftritt in Göttingen war Teil seiner NoGroKo-Tour. Im Vorlauf zur Basisbefragung im März will er so Parteimitglieder zu einem „nein“ zur großen Koalition bewegen. Vor den rund 800 Zuschauern fand Kühnert klare Worte: Die SPD brauche einen Tritt in den Hintern, um aus ihrer Lethargie zu erwachen. Sie habe in den letzten Jahren nur noch reagiert, so Kühnert. Die Sozialdemokraten hätten keine funktionierende Streitkultur mehr. Die Erneuerung, die man jetzt brauche, müsse vor allem inhaltlich geschehen. Die Zeit der Egos, so Kühnert, müsse endlich vorbei sein. Dazu gehöre auch eine Verjüngung der Parteispitze: „Ich glaube wir Jusos machen im Moment auch an dieser Debatte sehr deutlich, dass wir A unseren Platz einfordern in der Partei und B auch die Berechtigung haben, die stärkere Rolle zu spielen. Nicht einfach als Jugendverband der SPD, sondern auch weil wir auch Perspektiven und Erfahrungen mitbringen, die an der SPD-Spitze fehlen.“ Auf die Frage, wie es nach dem Mitgliedervotum mit der SPD weitergehen soll, konnte Kühnert keine konkrete Antwort geben. Auch die Jusos könnten nicht in kürzester Zeit einen Masterplan auf den Tisch legen. Eines steht für Kühnert jedoch fest: Die programmatische Erneuerung müsse das wesentliche Standbein einer erneuerten SPD sein.

Juso- Vorsitzender Kevin Kühnert im ZHG der Universität Göttingen (Bild: Kristin Fricke)