Göttinger Forscher haben analysiert, wie die Haltung von Nutztieren wahrgenommen wird
Göttinger Wissenschaftler der Universität Göttingen haben analysiert, wie die Haltung von Nutztieren wahrgenommen wird. Die meisten Tiere in der Landwirtschaft werden in konventionellen Ställen gehalten. Wie Verbraucher reagieren, wenn sie realitätsnahe Bilder solcher Ställe sehen, haben die Göttinger Forscher zusammen mit Kollegen der Universität Bozen untersucht. Die Wissenschaftler befragten rund 1.000 Personen online. Ställe, die die Bewegungsfreiheit der Tiere einschränken, wurden negativer als übliche Ställe bewertet. Wird ein Zugang zum Außenbereich sichtbar, schneiden die Ställe besser ab. Bilder aus üblichen Ställen wurden von Menschen ohne landwirtschaftlichen Bezug sehr negativ bewertet. Die Wissenschaftler schlussfolgern, dass die wahrgenommene Natürlichkeit eines Stalles als Schlüsselreiz für dessen Bewertung herangezogen wird. Doch nicht alle Tiere können draußen gehalten werden, da das Land begrenzt ist und die Tiere Emissionen verursachen. Hybridstrategien wie zum Beispiel Außenklimaställe mit Zugang zu Laufhöfen oder Joggingweiden, wie es sie in der Milchviehhaltung bereits gibt, könnten einen Kompromiss darstellen, der für die Tiere besser ist und von der Gesellschaft akzeptiert wird, so Achim Spiller von der Universität Göttingen.
Schweinehaltung im Stall (Bild: Universität Göttingen)
Prof. Dr. Achim Spiller (Bild: Universität Göttingen)