Geschrieben von Julia Kleine
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Wissenschaftler der Universitätsmedizin Göttingen haben ein optisches Cochlea Implantat entwickelt, mit dem taube Mäuse wieder hören können. Damit hat das Team um Tobias Moser, dem Direktor des Instituts für Auditorische Neurowissenschaften, eine bedeutende Hürde in Richtung einer zukünftigen Anwendung des Implantats beim Menschen nehmen können. In der vorliegenden Studie konnten die Forscher über Injektionen von harmlosen Viruspartikeln in das Innenohr von ausgewachsenen Mäusen Lichtschalter in die Hör-Nervenfasern einbauen. Sie konnten nachweisen, dass die Lichtstimulation des Hörnervs das gesamte auditorische System bis hin zur Hörrinde, dem Ort der bewussten Wahrnehmung von Geräuschen, anregt. Zudem konnten die Autoren an ertaubten Tieren zeigen, dass die Lichtstimulation des Hörnervs ein Hören wiederherstellt. Es bleibe allerdings noch sehr viel zu tun, bevor das Team überhaupt über eine klinische Studie nachdenken könne, so Moser. Aktuell werde intensiv an der Entwicklung von optischen Vielkanal-Cochlea Implantaten gearbeitet.

Prof. Dr. Tobias Moser, Direktor des Instituts für Auditorische Neurowissenschaften, Universitätsmedizin Göttingen (Bild: Leopoldina)

Taube Mäuse können mit optischem Cochlea Implantat wieder hören: Nach Ertaubung durch Verlust der Haarzellen, wie sie auch beim Menschen nach ototoxischen Medikamenten vorkommt, konnten die Tiere mit der optogenetischen Stimulation durch ein einfaches optisches Cochlea Implantat hören. (Bild: umg)