Sendung: Mittendrin Redaktion
AutorIn: Anna Schulz
Datum:
Dauer: 04:02 Minuten bisher gehört: 187
Im heutigen Zeitalter sind digitale Geräte kaum mehr wegzudenken. Das Internet hat sich in den letzten 20 Jahren zu dem Nachschlagewerk überhaupt entwickelt. Doch nicht nur Nachforschen geht im Internet. Auch sensible Daten wie Kontodaten und Kreditkarteninformationen geben wir dort ein. Auf der anderen Seite gibt es Menschen, die an diese Informationen herankommen wollen: die sogenannten „Hacker“. Ein Hack, so steht es im Internet, steht allgemein für eine Problemlösung bzw. eine Funktionserweiterung. Im Computerbereich sprechen Experten von einem „gebrochenen Sicherungsmechanismus“. Nicht nur Firmen werden von solchen Hackangriffen bedroht, auch private Nutzer sind im Internet nicht mehr sicher. Ob Apple oder Android, auch unsere Smartphones können davon betroffen sein. Anna Schulz war bei der Security Expo „Online? Aber Sicher?“ in Göttingen vor Ort. Die Cybersicherheitskampagne des Niedersächsischen Ministeriums für Inneres und Sport informiert über Informationssicherheit im Internet.
Dieser Beitrag wird Ihnen präsentiert von: Das Backhaus

v.l.: Ralf Wildvang bereitet seine Live-Hacking Show vor, daneben sind Christian Schmetz, Moderator Andreas Kuhnt und Polizeipräsident Uwe Lührig im Gespräch. (Bild: Anna Schulz)

Manuskript

Text

Im Straßenverkehr heißt es: Augen auf! Vorsicht ist geboten! Genauso sollten wir uns auch verhalten, wenn wir im Internet unterwegs sind. Wenn wir mal wieder surfen und uns online etwas bestellen. Das unkomplizierte Klicken auf den Bezahlbutton macht es bequem. Für die kleingedruckten AGB bleibt keine Zeit und Geduld mehr. Doch immer wieder verstecken sich dort oder auch an anderen Stellen kleine Stolperfallen. Wie genau schaffen Hacker es eigentlich, sich in fremde Systeme einzuloggen? Der Göttinger Polizeipräsident Uwe Lührig geht der Frage nach.

 

O-Ton 1, Uwe Lührig, 28 Sekunden

Wenn wir das wüssten, könnten wir 100-prozentige Maßnahmen ergreifen. Also die Hacker, die sind da sehr intelligent. Es gibt natürlich auch die intelligente Software, die immer die Lücken im System heraussucht. Diese Software wird von den Hackern genutzt. Wir laufen in Teilbereichen hinterher, muss man schon ganz deutlich sagen. Aber wir holen langsam auf und deswegen schaue ich auch zuversichtlich in die Zukunft.“

 

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Ralf Wildvang stellte dem Publikum bei der Security Expo live vor, wie Hacker vorgehen. Er arbeitet bei der Informationssicherheitsfirma Sempacon. E-Mails, die perfekt auf den Adressaten zugeschnitten sind, seien laut Wildvang besonders gefährlich. ZIP-Dateien und PDF seien außerdem angreifbar. Ein weiterer Angriffspunkt für Hacker sind WLAN-Hotspots an öffentlichen Plätzen. Für einen Test hatte Wildvang 200 dieser Hotspots eröffnet, um zu sehen, wer aus dem Publikum sich in eines der Netzwerke eingeloggt hat. Diese öffentlichen Hotspots seien gefährlich, weil Hacker vor Ort direkten Zugriff auf die Geräte hätten, erklärte er. Private Nutzer und auch Firmen müssen vorsichtig sein, wenn sie sich im Internet aufhalten. So auch die Mitarbeiter des Stadtrates in Göttingen. Christian Schmetz, der erste Stadtrat der Stadt Göttingen, berichtet von den Sicherheitsmaßnahmen im Stadtrat.

 

O-Ton 2, Christian Schmetz, 35 Sekunden

Ja, wir haben ja heute gerade gelernt, der Mensch ist ein ganz entscheidender Faktor. Deswegen sensibilisieren wir alle unsere Kolleginnen und Kollegen. Unter anderem halt in Schulungsmaßnahmen zum Thema Datenschutz, aber auch zum Thema Informationssicherheit. Wir haben diese üblichen Dinge, wie, dass wir regelmäßig unser Passwort ändern müssen. Auch komplizierte Passwörter nur noch akzeptiert werden. Das ist in gewisser Weise auch anstrengend und manchmal ist es auch ein bisschen nervig oder man ärgert sich darüber. Und am Ende bleibt einfach auch nur die Gewissheit, man kann die Hürden halt hoch setzen, aber ganz 100-prozentigen Schutz wird es wohl nicht geben.“

 

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Für Digitalität sind Sicherheitsmaßnahmen das A und O. Viele Länder stellen komplette Systeme um, sodass sie nur noch online funktionieren. Und auch einige Bundesländer in Deutschland sind anderen in digitalen Angelegenheiten voraus. So werden Termine im Einwohnermeldeamt in den Berliner Bezirken nur noch online vergeben. Christian Schmetz arbeitete in den vergangenen Jahren in Berlin und wünscht sich auch in Göttingen mehr Online-Termine. Denn besonders zu Semesterbeginn können die Wartezeiten auf einen Termin sehr lang sein.

 

O-Ton 3, Christian Schmetz, 31 Sekunden

Ich würde das ganz gerne noch ein bisschen ausbauen, weil ich die Erfahrung gemacht habe, dass bei Onlineterminen kaum Wartezeiten sind. Also die Menschen, die Onlinetermine machen, kommen auch regelmäßig zu ihren Terminen dran. Wohingegen die, die warten, die ohne Termin kommen, auch lange Wartezeiten haben. Ich kam ja auch aus Berlin und da gab es nur Onlinetermine. Das war ziemlich chaotisch, muss man sagen. Und ich habe mich dann auch gefragt, warum haben wir das hier in Göttingen eigentlich nicht. Im Gespräch mit den Menschen kam dann aber auch heraus, dass das einfach nicht jeder möchte und dann liegt in der Mitte irgendwo die Wahrheit.“

 

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Step by Step will sich auch Göttingen immer mehr in die digitale Welt bewegen. Eines steht jedoch fest: Der Prozess wird dauern, denn alle müssen mitziehen. Und die Sicherheitsmaßnahmen müssen zu jeder Zeit geschaffen sein.