Portrait des Bundestagskandidaten Fritz Güntzler (CDU)
| Sendung: | Aufgeweckt - Mehr am Morgen Redaktion |
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| AutorIn: | Wieland Gabcke |
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| Dauer: | 04:56 Minuten bisher gehört: 182 |
Manuskript
O-Ton 1, Güntzler, 0,09 min
„Mein Name ist Fritz Güntzler, ich wohne in Göttingen-Nikolausberg, bin 47 Jahre alt, verheiratet und habe zwei Söhne.“
Text
Fritz Güntzler fand seinen Weg in die Politik über das Ehrenamt. 1989 trat er in die CDU ein, zweimal saß er im Niedersächsischen Landtag. Der studierte Diplom-Kaufmann und begeisterte Sportler ist auch heute noch ehrenamtlich aktiv, zum Beispiel bei der Händelgesellschaft oder dem Förderverein Deutsches Theater. Nun zieht es den CDU-Kreisvorsitzenden in die Bundespolitik. Bislang saß Hartwig Fischer für die Göttinger CDU im Bundestag. Doch der Afrika-Experte der Union tritt nicht mehr an. Große Fußstapfen also für Güntzler?
O-Ton 2, Güntzler, 0,32 min
„Die Fußstapfen stimmen, ich hab Schuhgröße 42, Hartwig Fischer glaube ich 47. Also von daher ist das schon mal wahr. Ich werde mich nicht hauptsächlich mit der Afrika-Politik beschäftigen, das ist nicht mein Bereich (...). Ich möchte gerne, wenn meine Fraktion mir das dann gestattet, Finanzpolitik machen. Als Wirtschaftsprüfer, Steuerberater habe ich dort von Hause aus eine Kompetenz und möchte meine beruflichen Erfahrungen dort einbringen und dann in den finanzpolitischen Entscheidungen, Steuergesetzgebung mitwirken und vielleicht auch eine Steuerreform auf den Weg bringen, die den Namen auch verdient hat.“
Text
Steuerreform, ein Projekt von Schwarz-Gelb das teilweise auf der Strecke geblieben ist. Stichwort kalte Progression: Mittlere Einkommen die durch Lohnerhöhungen der Einkommenssteuer zum Opfer fallen, sollten steuerlich entlastet werden. Dazu gab es einen Vorschlag des Bundestages, betont Güntzler, dieser sei aber an der rot-grünen Mehrheit im Bundesrat gescheitert. Die Opposition hielt die Pläne der Bundesregierung damals für sozial unausgewogen. Auch bei der Abschaffung der Gewerbesteuer herrschte Uneinigkeit zwischen Bund und Ländern.
O-Ton 3, Güntzler, 0,33 min
„Was die Gewerbesteuer angeht, sind die Kommunen der Meinung, dass sie die Gewerbesteuer als wichtigste Einnahmequelle so behalten müssen, wie sie derzeit ist. Ich hab persönlich dort eine andere Auffassung, ich glaube, dass es dort andere Modelle gibt, die den Kommunen auch noch mehr helfen. Aber gegen den Widerstand aller Kommunen eine Abschaffung der Gewerbesteuer durchzusetzen, wäre glaube ich auch verkehrt gewesen, da bedarf es jetzt noch vieler Gespräche, insbesondere mit dem Städtetag, dass wir da eine vernünftige Lösung finden. Aber dennoch meine ich, dass wir weiter daran arbeiten müssen unser Steuerrecht zu vereinfachen, als einer der sich täglich mit diesem Steuerrecht zurzeit beschäftigen muss.“
Text
Die deutsche und europäische Sparpolitik sieht Güntzler auf einem guten Weg, obwohl am Fundament dieser Krisenpolitik Zweifel aufgekommen sind. Die Sparpolitik geht auf eine Studie der Ökonomen Kenneth Rogoff und Carmen Reinhardt zurück: Die These lautet, dass bei 90 Prozent Staatsverschuldung eisern gespart werden müsse. Eine falsche Schlussfolgerung, wie das ARD-Magazin Monitor herausfand, denn sie basiere auf mehreren, gravierenden Rechenfehlern. Rechenfehler, die durch die Krisenpolitik zur Massenarbeitslosigkeit in Südeuropa geführt haben. Dennoch gibt Güntzler zu Bedenken, dass zukünftige Generationen nicht durch Schulden belastet werden dürften. Deshalb plädiert er für einen Mittelweg aus Sparen und Investieren.
O-Ton 4, Güntzler, 0,24 min
„Wir müssen aufpassen, dass wir nicht alles kaputt sparen, weil es muss auch Perspektiven für die Menschen in Südeuropa geben und gerade für die jungen Menschen. Wenn wir Arbeitslosigkeit von fast 50 Prozent bei Jugendlichen in Spanien haben, ist das nicht hinnehmbar. Das ist sozialpolitischer Sprengstoff, der da vorherrscht (…). Ich habe die europäische Verständigung so verstanden, dass man das erkannt hat und dass Investitionen gefördert werden, dass man also nicht die Staaten kaputt spart.“
Text
Im Wahlkampf spürt Güntzler eine positive Stimmung für die CDU und Angela Merkel, deshalb geht er von einer knappen schwarz-gelben Mehrheit nach der Wahl aus. Gespräche mit den Grünen hält er aber ebenso für möglich, wie eine Neuauflage der großen Koalition. Mit den unzufriedenen Ex-CDU- und FDP-lern von der Alternative für Deutschland möchte der CDU-Politiker allerdings nicht in ein Boot springen. Den Sprung der AfD in den Bundestag hält Güntzler auch für ausgeschlossen. Ansonsten scheinen alle Machtoptionen für eine dritte Regierung Merkel opportun zu sein.
O-Ton 5, Güntzler, 0,09 min
„Ich gehe davon aus, dass Angela Merkel Bundeskanzlerin bleibt und wir eine starke Mehrheit haben werden im Bundestag, mit wem dann auch immer.“
Zur Verfügung gestellt vom StadtRadio Göttingen
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