Portrait des Bundestagskandidaten Lutz Knopek (FDP)
| Sendung: | Aufgeweckt - Mehr am Morgen Redaktion |
|---|---|
| AutorIn: | Wieland Gabcke |
| Datum: | |
| Dauer: | 05:22 Minuten bisher gehört: 176 |
Manuskript
O-Ton 1, Knopek, 0,12 min
„Mein Name ist Lutz Knopek, ich bin 55 Jahre alt, wohne in Göttingen-Geismar, bin im übrigen auch gebürtiger Göttinger und kandidiere für die FDP.“
Text
Nur ein Kreuz bei der Wahl machen, das hat Lutz Knopek nie ausgereicht, sagt er. Ihn hat der politische Abstimmungsprozess interessiert, den er als zäh und mühselig beschreibt. Der studierte Biologe hat am Zoologischen Institut in Göttingen promoviert, engagiert sich im Umweltschutz, in der Gesundheitspolitik und im Sport. Seit 1985 ist er Mitglied der FDP, seit 2009 sitzt er für die Liberalen im Bundestag. Die Unabhängigkeit des Mandats ist Knopek wichtig. Den wiederholten Vorwurf seitens der Medien, seine Partei habe ein Lobbyistenproblem, weist Knopek zurück.
O-Ton 2, Knopek, ca. 0,30 min
„Sich für Lobbyinteressen, für Verbandsinteressen, für Institutionen einzusetzen, das ist legitim, sinnvoll und notwendig. Nur so kann unsere Demokratie funktionieren. Für mich persönlich ist ganz klar, dass ich nicht beides gleichzeitig machen kann, ich kann nicht als Volksvertreter im Bundestag sitzen und die Interessen eines Verbandes vertreten. Das sehen gerade die linken Parteien anders, wo zum Beispiel jede Menge Gewerkschaftsfunktionäre als Gewerkschaftsfunktionäre im Deutschen Bundestag sitzen und dann natürlich früher oder später in einen Zielkonflikt kommen.“
Text
Knopek selbst gibt an, keine Einkünfte neben dem Abgeordnetenmandat zu haben. Seine Arbeit für eine Biotechnologiefirma aus den USA ruht seit seinem Einzug in den Bundestag 2009. Zukunftstechnologien, Industrie- und Chemikalienpolitik gehören aber weiterhin zu seinen wichtigsten politischen Themen. Für die Industrie fordert Knopek gleiche Gesetze für alle. Das gelte auch im Verbraucherschutz, Beispiel Weichmacher im Plastik. Das Umweltbundesamt warnt etwa vor dem schädlichen Einfluss von Weichmachern auf den menschlichen Organismus. Klärung in solchen Fällen erhofft sich Knopek durch die Anwendung der EU-Richtlinie REACH.
O-Ton 3, Knopek, 0,38 min
„Wir haben ja (…) mit der REACH-Gesetzgebung, die Situation, dass wir alle Chemikalien, die bei uns im Einsatz sind, untersuchen und die Daten dann auch zur Verfügung stellen. (…)Was aber nicht passieren darf, ist dass dann eben diese Produkte, die wir unserer eigenen Industrie verbieten, dann containerweise aus Fernost zu uns kommen und die unterliegen dann nicht diesen Regulierungen. (…) Aber die Hoffnung ist, dass eben auch Länder wie zum Beispiel China sich über kurz oder lang an der europäischen REACH-Chemikaliengesetzgebung orientieren werden.“
Text
Die Balance zwischen staatlicher Regulierung und unternehmerischer Freiheit ist ein ewiger Zankapfel für FDPler. Knopek deutet an, dass die Positionen innerhalb seiner Partei keineswegs einheitlich seien. Das gelte auch in anderen Bereichen staatlicher Eingriffe in den Markt, zum Beispiel bei der Frauenquote in Unternehmen: Knopek hat im Bundestag dagegen gestimmt. Er ist davon überzeugt, dass die Frauen keine Quote nötig hätten und allein nach Qualifikation eingestellt werden sollten. Als marktradikal gibt Knopek sich aber nicht. Eine Vollprivatisierung der Deutschen Bahn, wie sie etwa FDP-Spitzenkandidat Rainer Brüderle fordert, müsse in Ruhe diskutiert werden.
O-Ton 4, Knopek, 0,40 min
„Privat ist nicht in jedem Fall besser als Staat, aber der Staat sollte sich auf das konzentrieren, was seine ursächlichen Aufgaben sind, weil, das ist nun mal das Wesen von staatlichem Engagement, der Staat von Wettbewerb befreit ist. Die Probleme, die bei der Bahn jetzt gerade ersichtlich sind, sind sicherlich dem damals vom SPD-Kanzler Gerhard Schröder berufenen Herrn Mehdorn zuzuschreiben, der in unverantwortlicher Weise hier einen Kahlschlag, sowohl was Personal aber auch Infrastruktur bei der Bahn betrifft, gemacht hat. Herr Grube hat jetzt große Schwierigkeiten das wieder einzufangen.“
Text
Damit die Bahn auch in Göttingen nicht den Rotstift ansetzt, will Knopek sich weiterhin für den Erhalt und Ausbau der regionalen Verkehrswege einsetzen. In der Vergangenheit habe er deshalb schon mehrfach zusammen mit Bundestagskollegen von CDU und SPD bei der Bahn interveniert, um eine Kürzung von ICE-Halten in Göttingen zu verhindern.
Zur Verfügung gestellt vom StadtRadio Göttingen
Dieses Manuskript ist urheberrechtlich geschützt und darf nur für private Zwecke benutzt werden. Jede andere Verwendung (z.B. Mitteilung, Vortrag oder Aufführung in der Öffentlichkeit, Bearbeitung, Übersetzung) ist nur mit Zustimmung der Autorin bzw. des Autors zulässig. Die Verwendung für Rundfunkzwecke bedarf der Genehmigung des StadtRadio Göttingen.