Sendung: Mittendrin Redaktion
AutorIn: Tina Fibiger
Datum:
Dauer: 03:28 Minuten bisher gehört: 180
Der Landkreis setzt verstärkt auf den Auf- und Ausbau von Familienzentren. Um das Angebot an Betreuung und Unterstützung für Eltern und Kinder zu verbessern, wurde mit dem Kreistag ein neues Fördermodell abgestimmt. Zwölf Familienzentren im Landkreis Göttingen erhalten als sogenannte „Familienzentren plus“ zusätzliche Personalmittel. Für weitere vier Zentren wurde eine Basisförderung beschlossen, für die ebenfalls weitere Personalmittel in Planung sind. Vergangene Woche übergab Kreisrat Marcel Riethig die Förderbescheide an die beteiligten Gemeinden. Tina Fibiger war für uns dabei.

Manuskript

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Prävention nennt Kreisrat Marcel Riethig als Etappenziel bei der Vergabe der Förderbescheide an insgesamt 16 Familienzentren im Landkreis Göttingen. Die Familienzentren mit dem „Plus“ Siegel erhalten jährlich 56.000 Euro, um weitere Personalstellen für den Ausbau des Beratungs- und Betreuungsangebotes zu finanzieren. Insgesamt 750.000 Euro werden für die lokalen Familientreffpunkte zur Verfügung gestellt. Damit können sie, wie Riethig betont, auch auf die steigende Nachfrage reagieren.

 

O-Ton 1, Marcel Riethig, 32 Sekunden

Familien haben heutzutage vielfältige Fragen und suchen Hilfe und brauchen Rat. Die gesetzlichen Systeme helfen immer erst dann, wenn es Notsituationen gibt. Wir brauchen aber Einrichtungen und Anlaufstellen, die frühzeitig informieren, aufklären, unterstützen und helfen. Und das sind die Familienzentren. Dort finden Angebote statt die beispielsweise junge Mütter erreichen aber auch Angebote für Eltern zur gesunden Ernährung von Kindern. Es gibt Selbsthilfekurse dort, ein Café Kinderwagen findet statt. Das sind alles Angebote, die bei den Familien auf große Resonanz stoßen.“

 

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Die Förderung erhalten auch Familienzentren, die sich zurzeit noch im Aufbau befinden, wie zum Beispiel der geplante Treffpunkt in Bad Lauterberg. Wie andere Landkreisgemeinden auch, wo sich beispielsweise die AWO, der DRK-Kreisverband, die Caritas und die lokalen Kirchengemeinden für die Unterstützung von Familien engagieren, kooperiert die Stadtverwaltung dabei mit der Jugendhilfe „Manyways“. Für den privaten Träger sprechen nach Meinung von Bad Lauterbergs Bürgermeister Thomas Gans die Erfahrungen im Bereich der Familienförderung, der sein Konzept auch für einen besonderen Standort entwickelt.

 

O-Ton 2, Thomas Gans, 23 Sekunden

Wir haben ja im Nebengebäude des jetzigen Jobcenters noch freie Räumlichkeiten, die wird sich „Manyways“ nach seinen Zwecken herrichten. Die Familie reicht heute von alleinerziehenden Müttern, alleinerziehenden Vätern bis hin zur Patchwork Familie mit ganz vielen Mitgliedern und da ist auch das Angebot dann breitflächiger aufzubauen, gleich neben dem Jobcentern so dass dann die Wege zur Beratung nicht allzu weit sind.“

 

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Neben den Familienzentren in Duderstadt und Hann-Münden, den kommunalen Netzwerken in Adelebsen, Bovenden, Herzberg, Osterode und der Gemeinde Gleichen profitiert auch Friedland von dem neuen Förderkonzept des Landkreises. Wie Friedlands Bürgermeister Andreas Friedrich berichtet, koordiniert die Gemeinde den Ausbau des Familienzentrums ohne privaten Träger in Eigenregie und ist umso mehr auf eine langfristige Förderung durch den Landkreis angewiesen.

 

O-Ton3, Andreas Friedrich, 15 Sekunden

Allein können wir das gar nicht stemmen Aber ich glaube, dass diese Familienzentren in der Tat auch in der Fläche gebraucht werden. Es gibt so viele Familienentwürfe heute und wir müssen allen Familienentwürfen gerecht werden. Die Vielfalt ist auch eine Bereicherung aber wir müssen uns in dem Umfeld auf diese geänderten Familienentwürfe einstellen und das ist ein wichtiger Baustein davon.“

 

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Der Aufbau weiterer Familienzentren im Landkreis Göttingen ist bereits in Planung. Neben den bislang geförderten 16 Zentren soll es bis 2020 Starthilfe für vier weitere Zentren im Kreisgebiet geben.