Klinische Bedeutung psychosozialer Fragen bei Herzschwäche: UMG-Psychokardiologe an Positionspapier beteiligt
Der Göttinger Psychokardiologe Prof. Dr. Christoph Herrmann-Lingen ist maßgeblich an einem neuen europäischen Positionspapier über den wissenschaftlichen Stand und die klinische Bedeutung psychosozialer Fragen bei Herzschwäche beteiligt. Das teilte die Göttinger Universitätsmedizin mit. Insgesamt formulierten die zwölf Expert*innen in ihrem Positionspapier sechs Kernaussagen zum aktuellen Stand der Forschung und zu zukünftigen Therapiemaßnahmen. Die Bedeutung psychosozialer Risikofaktoren für die Entstehung und den Verlauf der Herzinsuffizienz werde in der Kardiologie unterschätzt, erklärte Herrmann-Lingen. Das Papier trage die wissenschaftlichen Erkenntnisse von groß angelegten Bevölkerungsstudien zusammen. Dabei habe sich gezeigt, dass insbesondere Depression, soziale Isolation und Einsamkeit im klinischen Alltag stärker berücksichtigt werden müssen. Zu den Forderungen der Arbeitsgruppe gehört beispielsweise, dass bei einer die Herzinsuffizienz begleitenden Depression Psychiater und Psychosomatiker bei der Behandlung hinzugezogen werden sollten.