Geschrieben von Jeanine Rudat
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Dem Landkreis Northeim liegen erste Erkenntnisse über den Notruf-Modellversuch vor. Seit fast einem Jahr landen außer dem Notruf (112) auch die bei der Notrufnummer der örtlichen Ärzte (116117) Anrufenden direkt bei den Disponenten in der Northeimer Einsatzleitstelle. Anhand eines Fragenkatalogs kann der geschulte Disponent innerhalb kürzester Zeit feststellen, welche medizinische Versorgung der Anrufer benötigt und ob ein Rettungswagen und möglicherweise ein Notarzt geschickt werden muss. Wenn eine Behandlung durch einen ansässigen Arzt ausreicht, wird der Patient an den ärztlichen Bereitschaftsdienst vermittelt. Das Ziel ist, dass in allen Fällen schnellstmöglich die erforderliche Hilfe erfolgt. Die ersten Auswertungen des Modellversuchs zeigen, dass etwa zwölf Prozent der Anrufe, die eigentlich beim Kassenärztlichen Bereitschaftsdienst unter 116117 eingegangen sind, von der Einsatzleitstelle direkt an den Rettungsdienst übermittelt wurden, weil dies aufgrund der benötigten medizinischen Versorgung erforderlich war. Teilweise wurde auch der Notarzt hinzugezogen. Betroffen davon waren in der Modellphase bisher 1.036 Personen, die besser sofort die 112 gerufen hätten. Im Gegenzug mussten lediglich zwei Prozent (325 Anrufe) an die Notrufnummer 112 an den Kassenärztlichen Bereitschaftsdienst vermittelt werden. Das Ergebnis zeige, dass bei Betroffenen oder Angehörigen häufig Unsicherheit bestehe, welches der richtige Weg für eine schnelle und angemessene Hilfe sei, so Landrätin Astrid Klinkert-Kittel. Nicht umsonst empfehle auch der Sachverständigenrat des Bundesministeriums für Gesundheit, sowohl den kassenärztlichen Bereitschaftsdienst als auch den Rettungsdienst aus einer Leitstelle heraus zu steuern. Der Modellversuch des Landkreises Northeim und der Kassenärztlichen Vereinigung läuft noch bis Ende des Jahres. Ob beide Rufnummern dauerhaft in der Einsatzleitstelle ankommen sollen, wird im Verlauf des Jahres entschieden.