Geschrieben von Lasse Dreyer
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Die Universitätsmedizin Göttingen war maßgeblich an der Entwicklung einer neuen bundesweiten Leitlinie zur Behandlung altersbedingter Verwirrtheitszustände beteiligt. Die S3-Leitlinie „Delir im höheren Lebensalter“ ist jetzt veröffentlicht worden und soll die Vorsorge, Diagnostik, Therapie und Nachsorge von Deliren bei älteren Menschen bundesweit vereinheitlichen – in Arztpraxen, Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen. Ein Delir ist eine akute Störung der Hirnfunktion, die vor allem ältere Menschen betrifft und häufig nach Infektionen, Operationen oder durch Medikamente ausgelöst wird. Die neue Leitlinie enthält 69 konkrete Empfehlungen und legt einen besonderen Schwerpunkt auf nicht-medikamentöse Maßnahmen wie Orientierungshilfen, strukturierte Kommunikation, Mobilisierung und Schlaf-Wach-Stabilisierung. Studien zeigen, dass solche Maßnahmen das Delirrisiko deutlich senken können. An der Leitlinienarbeit waren mehr als 30 Fachgesellschaften beteiligt. Federführend für die Deutsche Gesellschaft für Geriatrie war Prof. Dr. Christine von Arnim von der UMG. Weitere Göttinger Medizinerinnen und Pflegeexpertinnen brachten ihre wissenschaftliche und praktische Erfahrung ein. Ziel der Leitlinie ist es, Delire früher zu erkennen, wirksam zu verhindern und die Versorgung älterer Patientinnen und Patienten nachhaltig zu verbessern.