Geschrieben von Julia Kleine
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Göttinger Wissenschaftler haben erforscht, wie das Auge Bewegungen erkennt. Hierfür untersuchten Norma Kühn und Tim Gollisch von der Klinik für Augenheilkunde an der Universitätsmedizin Göttingen spezielle Nervenzellen im Auge, die bei der Überwachung der Blickrichtung im Sehsystem eine zentrale Rolle spielen. Diese Zellen werden aktiv, wenn sich das Bild im Auge in eine bestimmte Richtung verschiebt. Ihre Signale können somit als Auslöser gegensteuernder Augenbewegungen agieren. Es gibt verschiedene Krankheiten, bei denen dieses System gestört ist. Das führt zu unkontrollierten Augenbewegungen, häufig Nystagmus genannt. Eine Folge kann unter anderem Sehschwäche sein. Die Forschungen wurden durch die europäische Forschungsförderung des European Research Council und durch den Göttinger Sonderforschungsbereich 889 „Zelluläre Mechanismen sensorischer Verarbeitung“ unterstützt.

Prof. Dr. Tim Gollisch, Klinik für Augenheilkunde der Universitätsmedizin Göttingen (UMG). (Bild: privat)

Bewegung einer Kamera führt zu verschwommenen Konturen. Nervenzellen im Gehirn können visuell wahrgenommene Bewegung nutzen, um die Augenposition zu stabilisieren. (Bild: privat)