Geschrieben von Benita Heukamp
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Drei Göttinger Moscheen haben in den vergangenen Tagen Hass- und Drohbriefe erhalten. Das Staatsschutzkommissariat der Polizei Göttingen hat die Ermittlungen wegen Volksverhetzung und des Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen aufgenommen. Ein erster Hassbrief wurde am Dienstag bei der Al-Iman Moschee in der Arndtstraße entdeckt. Zwei weitere Schreiben, bestehend aus wirren, zusammenhanglosen Sätzen und Worten, tauchten an den beiden darauffolgenden Tagen bei der Al-Taqwa Moschee und der Moschee der DITIB auf. Nach derzeitigem Ermittlungsstand stammen die beiden wirren Schreiben von demselben Verfasser – einem bereits für ähnliche Delikte polizeibekannten Mann aus dem Raum Duderstadt. Da zuletzt auch bei verschiedenen Geschäften in der Göttinger Innenstadt ähnliche Briefe eingegangen sind, wird nicht davon ausgegangen, dass sie gezielt ausschließlich an die muslimische Glaubensgemeinschaft gerichtet sind. Im Zusammenhang mit dem Hassbrief an die Al-Iman Moschee laufen derzeit die Ermittlungen gegen Unbekannt. Ein Zusammenhang zu den wirren Schreiben wird ausgeschlossen. Oberbürgermeisterin Petra Broistedt hat den betroffenen muslimischen Gemeinden uneingeschränkte Solidarität ausgesprochen. Die Briefe bedrohen nicht nur die Sicherheit der Gemeinden, sie seien auch ein Angriff auf die Werte, die in Göttingen gelebt werden würden.