Geschrieben von Lasse Dreyer
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Alexander Rotsch, ehemaliger Doktorand am Max-Planck-Institut für Multidisziplinäre Naturwissenschaften in Göttingen, hat die Otto-Hahn-Medaille der Max-Planck-Gesellschaft erhalten. Die mit 7.500 Euro dotierte Auszeichnung wird seit 1978 jährlich für herausragende Promotionsleistungen vergeben. Verliehen wurde sie am Dienstag im Rahmen der Jahresversammlung der Max-Planck-Gesellschaft in Frankfurt am Main. Rotsch erforschte in seiner Doktorarbeit, wie das Influenza-Virus das menschliche Immunsystem austrickst. Der Trick des Virus: Es stiehlt sogenannte mRNA-Kappen – molekulare Erkennungszeichen, die körpereigene Moleküle als harmlos markieren. Fehlen diese Kappen, schlägt das Immunsystem Alarm. Das Grippe-Virus hat sich eine raffinierte Methode entwickelt, diese Kappen direkt während ihrer Entstehung zu entwenden – und sich so vor der körpereigenen Abwehr zu tarnen. Wie genau dieser Diebstahl auf molekularer Ebene funktioniert, war bisher unbekannt. Rotsch konnte mithilfe biochemischer und elektronenmikroskopischer Verfahren zwei bislang unbekannte Wechselwirkungen zwischen Virus- und menschlichen Proteinen nachweisen. Seine Erkenntnisse könnten zur Entwicklung neuer Behandlungsansätze beitragen.